2012/10/04

Mora, die Stadt der Messer, der Morapferde und des Vasalaufes

Die Geschichte Moras, des Zentralorts von Dalarna am Siljansee und in nächster Nähe des Orsasjön reicht bis etwa 4000 vor Christus zurück. Der Ort entwickelte sich während der Vendelzeit und vor allem unter der Epoche der Wikinger zu einem bedeutenden Handelsort, da an ihm einer der wichtigsten Wege von Schweden nach Norwegen vorbeiführte.

Unter Gustav Vasa trat Mora sogar in das Zentrum der schwedischen Geschichte und war längst als Handelsstadt bekannt. Dennoch wurde Mora, damals noch der Teil Morastrand, erst 1908 ein Köping, das sich 1959 zum Mora Köping entwickelte und 1971 zur Mora Gemeinde wurde ohne je die Stadtprivilegien zu erhalten, auch wenn man Mora wie selbstverständlich als Stadt betrachtet.

Wenn man von Mora spricht, so denkt man im Grunde jedoch weder an die Geschichte, noch an die geografische Lage oder seine Sehenswürdigkeiten, denn bei Mora gehen die ersten Gedanken zum Morahäst, das als Dalahäst (Dalapferd) die ganze Welt erobert hat, zum Morakniv (Mora Messer), das ebenso bekannt ist, zum Vasalauf, dessen Ziel Mora ist und natürlich zu Anders Zorn, einem der größten schwedischen Künstler. Kein Wunder daher, dass Mora bekannter ist als die vier Städte in Dalarna, die über weitaus mehr Einwohner verfügen, insbesondere Borlänge und Falun, die sogar knapp viermal so viele Einwohner haben als Mora.

Auch wenn man in Dalarna mehr vom Morahäst als vom Dalahäst spricht und diese weltbekannten Handarbeiten überall in Mora zu sehen sind, so werden sie nicht in der Stadt selbst hergestellt, sondern in den beiden etwas außerhalb liegenden Dörfern Nusnäs und Färnäs, wo man auch erleben kann wie diese bemalten Pferde entstehen.

Am Rande Moras, genau genommen am Fuße des Gesundaberget warten das Sagolandet Tomtelandet, das Paradies für Kinder, denn hier wohnen die Trolle Dalarnas, Hexen, Zauberwesen und natürlich der Weihnachtsmann. Kaum eine Persönlichkeit der nordischen Sagenwelt wohnt nicht im Sagolandet.

Wer Mora besucht, kommt im Grunde an Anders Zorn nicht vorbei, denn man kann den Zorngården besuchen, das Gut auf dem Anders und Emma Zorn lebten und arbeiten und daneben das Zornmuseum besichtigen, wo nicht nur Werke des Künstlers zu finden sind, sondern auch die privaten Sammlungen des Ehepaars. Dann gibt es den Zorn Gammelgård, ein Museumsdorf, in dem der Künstler 14 historische Gebäude aus der Siljagegend aufbauen ließ, angefangen von der Textilkammer mit der privaten Textilsammlung des Künstlers. Und letztendlich findet man am Dalälven auch noch Gopsmor, ein kleines Gebiet, das den Gemälden Zorns entsprungen ist und der Künstler als Lekstugor (Spielhäuschen) bezeichnet hat, da hier regelmäßig Tanzveranstaltungen geboten wurden.

Alles über den Vasalauf und seine Geschichte kann man im Vasaloppsmuseet in Mora erfahren, das nur wenige Meter vom historischen Ziel des Laufes entfernt liegt und zum Vasalauf 2013 mit einer weitaus größeren Fläche und in vollkommen neuer Form wieder öffnen wird.

Unter den Bauwerken in Mora ist insbesondere die Kirche zu nennen, die, im Gegensatz zu den meisten Kirchen Schwedens, sowohl einen Kirchturm als auch einen Glockenturm besitzt und deren ältesten Teile bis zum 13. Jahrhundert zurückreichen, auch wenn die Kirche ihre heutige Form erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts erhalten hat. Die Kirche Moras liegt zudem direkt neben dem Zornmuseum als auch am Ziel des Vasalaufes.

Das Vasamonument, das angeblich auf dem Keller errichtet wurde in dem sich Gustav Vasa versteckt hielt, beinhaltet drei Bilder aus dem Jahre 1899, die die Erlebnisse des legendären schwedischen Königs erzählen. Das kleine Gebäude aus Sandstein wurde im Jahre 1860 zum 300sten Jahrestags des Königs erbaut.

Mora bietet mit seiner Natur jedem Liebhaber der Natur seine Lieblingsbeschäftigung zu Wasser und zu Land, wobei insbesondere die beiden Wanderwege Siljansleden und Vasaloppsleden beliebt sind. Wer etwas mehr Anstrengung oder Abenteuer sucht, kann am Gesundaberget seine Grenzen mit dem Mountainbike testen, wobei die Aussicht auf der Spitze des Berges als eine der herrlichsten von ganz Schweden bezeichnet wird und im Guide Michelin drei Sterne erhielt.

Wer zur Erinnerung an Mora eines der berühmten Mora Messer kaufen will, kann es auch direkt in der Fabrik am Rande der Stadt kaufen, wobei es jedoch leider nicht möglich ist die Fabrik als solches zu besichtigen. Im Gegensatz zu vielen anderen „schwedischen“ Produkten, die man in Schweden als Importware erwerben kann, so tragen sowohl die Dalapferde als auch die Moraknivar ausschließlich das Label „Made in Sweden“.

Copyright: Herbert Kårlin

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