2012/10/18

Halmstad, die Stadt mit den drei Herzen

Wie sehr viele schwedische Orte, die ihre Ahnen bereits zwischen dem Jahr 1000 und 1100 haben, so liegt auch die heutige Stadt Halmstad nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz, sondern wurde erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts an die heutige Stelle verlagert. Daraus ergibt sich auch, dass der Ort mehrmals die Stadtprivilegien erhielt, an der heutigen Stelle im Jahre 1322.

Halmstad unterlag bis zum Frieden in Brömsebro im Jahre 1645 dem dänischen Königshaus und kam sogar erst mit dem Frieden von Roskilde im Jahre 1658 endgültig zu Schweden. Bis zu dieser Zeit war es daher, wegen der nahen Grenze zu Schweden, nötig die Stadt als Verteidigungsstadt auszubauen. Teile dieser Befestigung kann man während eines Spaziergangs durch Halmstad nach wie vor entdecken, obwohl 1734 entschieden wurde alles
abzureißen was an Befestigung erinnerte. Selbst die Norre Port, das Nordtor, eines der früheren vier Stadttore, konnte bis heute erhalten werden.

Das Kunstmuseum in Halmstad

Der Umstieg von einer Kriegsstadt zu einer industriellen Stadt ging in Halmstad, der größten Stadt Hallands, sehr langsam voran und entwickelte sich erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem der Hafen ausgebaut und modernisiert worden war. Heute ist Halmstad allerdings zu einem der wichtigsten touristischen Orte an der Südwestküste Schwedens geworden, der sich durch ein starkes kulturelles Angebot auszeichnet.

Das Schloss in Halmstad aus dem Jahre 1609 kann nur zu einem geringen Teil bei Führung besichtigt werden, da hier die Regionalregierung und andere offiziellen Einrichtungen ihren Sitz haben. Das Schloss wurde noch zu dänischer Zeit gebaut und diente dem König lediglich als Übernachtungsstelle. Das Gebäude wurde mehrmals restauriert und hat weitgehend seinen ursprünglichen Charakter beibehalten.

Älter als das Schloss ist in Halmstads allerdings das Stadttor im Norden (Norra Port), das seit 1601 an dieser Stelle zu finden ist. Dies ist auch der Ort, von dem aus man zur Bastionen kommt und zum Katts Park mit einem Themaspielplatz „Pippi Langstrumpf“.

Um einen Blick in die Vergangenheit Hallands zu werfen, ist ein Besuch im Museumsdorf Hallandsgården auf dem Galgberget vorzuschlagen, denn hier findet man etwa zehn Gebäude der Region aus dem 18. und 19. Jahrhundert vereint. Aktivitäten und geführte Besichtigungen finden allerdings nur während der Sommermonate statt.

Wer sich für Kunst interessiert, wird in Halmstad ebenfalls nicht enttäuscht, denn hier findet man sowohl das Kunstmuseum, das sich auf die Kunstgeschichte Hallands spezialisiert hat und sowohl Gemälde, als auch Volkskunst, Kunsthandwerk und Design umfasst. Die Kunsthalle lädt jedes Jahr zu temporären Ausstellungen zeitnaher Kunst ein, wobei auch hier ein Schwerpunkt bei den Künstlern aus dem Halland liegt. Schließlich findet man noch das Mjellby Konstmuseum mit internationaler Gegenwartskunst und der berühmten Sammlung der Halmstadgruppe.

In eine etwas andere Richtung geht dann das Luftabwehrmuseum Halmstads, das zur Gruppe der militärhistorischen Museen Schwedens gehört und an Hand seiner Ausstellungen die Rolle der schwedischen Luftabwehr und des Regiments mit seiner 140-jährigen Geschichte erklärt.

Die Sankt Nikolai Kirche in Halmstad in Form einer Pseudobasilika geht zwar auf das Jahr 1432 zurück, als sie erstmals schriftlich erwähnt wurde, wurde jedoch mehrmals umgebaut und erweitert. Das heutige Aussehen bekam die Kirche daher erst zwischen 1869 und 1872. Das Inventar der Kirche stammt teilweise noch aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Halmstad, das wegen seines Stadtwappens den Beinamen Stadt der drei Herzen erhielt, könnte auch den Beinamen Hauptstadt des Golf tragen, denn in nächster Umgebung der Stadt zählt man nicht weniger als zwölf Golfplätze, die auch die besten Golfspieler Schwedens regelmäßig anziehen. Neben Golf bietet sich in Halmstad natürlich auch das Surfen an und die Entdeckung der Küste per Kajak. Der Wanderweg Hallandsleden mit der südschwedischen Vegetation liegt ebenfalls vor der Tür Halmstads.

Als Ausflugsziel bietet sich vor allem die gut 15 Kilometer entfernte Windmühle Särdals Kvarn an, eine der größten Windmühlen Schwedens, wo im Sommer auch Kunstausstellungen statt finden, so dass man neben der Geschichte der Mühle mit seiner historischen Einrichtung auch moderne Kunst aus dem Halland entdecken kann.

Wer sich Anfang August in Halmstad aufhält, kann auch vom jährlichen Internationalen Festival des Straßentheaters profitieren, das mittlerweile regelmäßig rund 15.000 Besucher anzieht und bei dem einige der weltweit bekanntesten Straßenkünstler ihr Bestes geben.

Copyright: Herbert Kårlin

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