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2012/09/12

Das Schloss Bogesund im schwedischen Uppland

Per Brahe der Jüngere, der auf dem Schloss Rydboholm aufgewachsen war, erbte im Jahre 1630 das Gut Bogesund, das damals noch Bogösund hieß, von seinem Vater, aber da ihn der alte Bau nicht interessierte, ließ er das Gut abreißen um ab 1640 ein für die damalige Zeit moderneres Schloss an der gleichen Stelle erbauen zu lassen.

Das Schloss Bogesund im schwedischen Uppland war quadratisch gebaut und hatte vier Etagen sowie zwei Dachwohnungen, eine Struktur, die heute noch deutlich zu sehen ist. Die charakteristischen Türme, die heute dem Schloss den Charakter verleihen, kamen erst Mitte des 19. Jahrhunderts bei einem Umbau des Gebäudes hinzu.

Stich: Suecia antiqua et hodierna
 
Per Brahe der Jüngere ließ auch den Garten um das Schloss anlegen, der allerdings bereits damals nicht so prachtvoll war wie die meisten anderen Schlossgärten, die um diese Zeit üblich waren. Die Ursache ist vermutlich, dass Brahe das Gebäude mehr als Wohnung ansah und weniger für repräsentative Zwecke nutzen wollte.

Als die letze Brahe-Erbin, Kristina Anna Brahe, starb, bewohnte ihr Mann das Schloss Bogesund noch bis zu seinem Tod im Jahre 1753. Die Erben Brahes verkauften es dann wenige Jahre später an Fredrik von Rosen, der es allerdings nur sieben Jahre lang besaß und 1774 an Albert von Lantingshausen verkaufte, einen engen Freund des Königs Gustav III.

Fredrik von Rosen ließ das Schloss restaurieren, ohne jedoch die Bausubstanz zu verändern. Aus der Zeit, als Rosen das Schloss bewohnte, sind noch heute mehrere Details im Schloss zu finden, unter anderem von Tapeten, Kachelöfen und einige Schnitzereien.

Albert von Lantinghausen wollte dem Schloss Bogesund dann mehr Prunk geben und beauftragte den Architekten Thor Medelplan mit dem Umbau. In dieser Zeit entstanden dann erst die Eingangstreppen und der monumentale Eingang und später die Türme und eine Schlosskapelle. Lantinghausen ließ auch einen Wintergarten anlegen und gab dem Schlosspark einen romantischen Einschlag, der allerdings nicht erhalten wurde. Allerdings sah Albert von Lantinghausen nie das fertige Gebäude, da er vorher starb. Das Schloss blieb jedoch weiterhin in der Familie.

Nils von Lantinhausen von Höpken, der das Schloss Bogesund im Jahre 1906 erbte, interessierte sich wenig für das Gebäude und ließ es langsam verfallen. Dies führte 1946 dazu, dass das Schloss enteignet wurde und Nils erhielt eine Entschädigung in Höhe von 11,6 Millionen Kronen. Allerdings dauerte es noch viele Jahre bis der schwedische Staat das Schloss Bogesund dann tatsächlich restaurierte, denn anfangs wurde es als Gefängnis benutzt und 1949 wurde es, in dem Zustand in dem es sich befand, unter Denkmalschutz gestellt.

Als das Schloss Bogesund dann 1993 an das Statens Fastighetsverk eingegliedert wurde, begann man sich über die Restauration Gedanken zu machen und 1996 begann man endgültig mit den Arbeiten und versuchte möglichst viele Details des Schlosses auch zu konservieren um eine weitere Degradation zu verhindern.

Nachdem im Jahre 2012 die letzten Restaurationen abgeschlossen wurden und das Schloss Bogesund wieder sein Aussehen erhalten hatte, das es gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte, wurden große Teile des Gebäudes auch für die Allgemeinheit geöffnet und  mehrere Säle können besichtigt werden.

Die Wälder und die parkähnliche Umgebung des Schlosses wird seit vielen Jahren von der schwedischen Landwirtschaftsuniversität für Forschungsprojekte benutzt. Gegenwärtig erwägt die Regierung das zum Schloss gehörige Waldgebiet in eine staatliche Aktiengesellschaft zu verwandeln und gewinnbringend anzuwenden.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/09/02

Das Schloss Rydboholm im schwedischen Uppland

Das Schloss Rydboholm (Rydboholms slott) in der Gemeinde Österåker im Uppland gehört zu jenen Schlössern, die in Schweden weniger bekannt sind, da das Gebäude in Privatbesitz ist und nur der englische Garten und zu wenigen Gelegenheiten auch der Vasaturm zu besichtigen ist. Allerdings lohnt es sich diese Besichtigungen einzuplanen, da vor allem der Vasaturm mit seinen Originalmalereien auf den Paneelen und der Einrichtung aus dem 16. Jahrhundert ein Wunderwerk ist.

Die ältesten Teile des Schlosses Rydboholm stammen aus dem 15. Jahrhundert, als dort ein Sätesgård gebaut wurde, also der Sitz eines Adeligen, dem die Steuerfreiheit gewährt worden war. Aus dieser Zeit stammt auch der Vasaturm. Der größte Teil des heutigen Schlosses wurde dann im 16. Jahrhundert umgebaut oder hinzugefügt. Auch die Einrichtung des Vasaturmes geht daher nur bis etwa 1550 zurück. Wenn man das Schloss Rydboholm jedoch als Ganzes betrachtet, so entdeckt man überwiegend den Stil des 18. Jahrhunderts, jener Zeit, als Magnus Fredrik Brahe die Gebäude nach seinen Ideen verändern ließ und gleichzeitig den englischen Park anlegte.

Rydboholm gehörte im 15. Jahrhundert dem Adelsgeschlecht Sture und war eines der größten Güter im Großraum Stockholm. Einige der Höfe und einige Torp (bäuerliche Hütten) sind noch relativ gut erhalten und können auf dem Weg zum Schloss betrachtet werden. Durch eine Ehe ging der Besitz dann in das Geschlecht Vasa über um wiederum später in das Geschlecht der Brahe zu gelangen, wo es,  bis auf die Zeit zwischen 1756 und 1761, bis zum Jahre 1930 blieb, als die Linie Brahe ausstarb. Nach einem Testament erhielt das Schloss Rydboholm anschließend der Freiherr W. Von Essen, der Neffen von Magnus Per Brahe. Heute wird das Schloss von der Gräfin Elisabeth Douglas und dem Grafen Gustaf Douglas bewohnt.

Als Geschichtswissenschaftler herausfinden wollten wo Gustav Vasa eigentlich geboren wurde, so kam man zum Ergebnis, dass er entweder im Lindholmes gård in Vallentuna oder aber im Schloss Rydboholm geboren wurde. Der Turm, der nach Gustav Vasa benannt ist, wurde lange Zeit als der Studienraum Gustavs betrachtet, bis Analysen ergaben, dass er erst gebaut wurde, als Gustav Vase bereits den Thron bestiegen hatte. Bestätigt wurde jedoch, dass sich der zukünftige König in seiner Jugend sehr viel im Rydboholms slott aufgehalten hat.

Wer bereits das Schloss Rydboholm besucht, sollte daran denken, dass sich in nächster Nähe auch die Östra Ryds Kirche (Östra Ryds Kyrka) aus dem 14. Jahrhundert befindet und das Grabfeld Tibble mit zwei Runensteinen, wobei einer davon den Wikinger Fröger aus Roslagen nennt.

Für die Besichtigung des Vasaturmes ist es sinnvoll sich rechtzeitig an das Fremdenverkehrsamt in Österåker zu wenden, das mit den Nachbargemeinden unter dem Namen Roslagen zusammenarbeitet.

Copyright: Herbert Kårlin