2012/09/16

Oskarshamn, die Hafenstadt mit Blick auf Öland

Oskarshamn wurde im Jahre 1648 zu einem Köping, einem Handelsort, der allerdings noch den Namen der Bucht Döderhultsviken trug an der die Stadt liegt. Königin Kristina machte dadurch aus einem Fischerdorf einen Handelsort, der allerdings bereits am 31. August 1677 von den Dänen bis auf ein einziges Gebäude abgebrannt wurde.

Es dauerte dann bis 1768, bis sich Oskarshamn vollständig erholt hatte und wieder zu einer ansehnlichen Stadt mit einem bedeutenden Marktplatz entwickelt hatte, dem Lilla Torget, und wollte mit diesem Aufstieg auch die Stadtprivilegien beantragen. Der Antrag wurde mehrmals abgelehnt und erst der König Oscar I. stimmte dann schließlich 1856 zu den Handelsort zur Stadt zu erheben und Döderhultsviken die Stadtprivilegien zu verleihen. In diesem Zusammenhang erhielt der Ort dann auch seinen heutigen Namen, nämlich Oskarshamn.

Lindströmska Haus und Lilla Torget in Oskarshamn

Durch die Erhebung des Handelsortes zur Stadt verdoppelte sich die Bevölkerung innerhalb von 20 Jahren und zählte wenige Jahre nachdem auch die Eisenbahn im Jahre 1874 die Stadt erreicht hatte, bereits über 5000 Einwohner, wobei sich in dieser Epoche Oskarshamn auch zu einer bedeutenden Stadt der Werften entwickelte, was man noch heute am Hafen deutlich erkennen kann.

Wenn man heute allgemein von Oskarshamn spricht, so denkt man zuerst an das Kernkraftwerk Oskarshamn, das etwa 25 Kilometer von der Stadt entfernt ist, und natürlich an die Fähren, die nach Gotland, nach Öland und im Sommer auch zum Nationalpark Blå Jungfrun führen. Viele, die daher nach Oskarshamn kommen, sehen nie die Stadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Nahezu der gesamte Stadtkern von Oskarhamn entstand erst im 19. Jahrhundert, als die Eisenbahnlinie aus Nässjö den Ort erreichte. Wer den ältesten Teil Oskarshamn entdecken will, muss sich daher auf die Anhöhe von Besväret und Fnyket begeben, wo man die traditionellen Holzhäuser des 19. Jahrhunderts findet, die heute unter Denkmalschutz stehen.

Während die Stadtkirche in Oskarshamn wenig von touristischem oder historischem Interesse bietet, lohnt sich ein Gang zum Lilla Torget, wo man mehrere Steingebäude aus dem 19. Jahrhundert findet, die die durch einen Brand zerstörten Holzhäuser ersetzten.

Aber auch für alle, die sich für Museen interessieren, hat Oskarshamn einiges zu bieten, allen voran das Dödarhultarmuseum mit über 200 Holzschnitzereien des lokalen Künstlers Axel Robert Petersson, der allgemein nur als Döderhultarn bekannt ist. Im gleichen Gebäude findet man auch das Seefahrtsmuseum der Stadt. Nicht zu vergessen ist auch das Bootsmuseum mit zahlreichen historischen Boote, die in Oskarshamn hergestellt wurden und die lange Geschichte der Werft erzählen.

Eine ungewöhnliches Erlebnis ist der Besuch beim „Langen Sofa“, der vermutlich längsten Parkbank Schwedens, die 1867 gebaut wurde und insgesamt 72 Meter lang ist. Während man sich dort entspannt, kann man einen Blick auf den Nationalpark Blå Jungfrun werfen und die Schiffe beobachten, die auf der Ostsee kreuzen.

Am Rande der Innenstadt von Oskarshamn liegt auch der Fredriksbergs Herrgård, ein gustavianisches Gut aus dem 18. Jahrhundert, das in seinem ursprünglichen Zustand erhalten wurde und besichtigt werden kann, wobei man hier auch die größte Mineraliensammlung Schwedens entdecken kann.

Wer ein typisch schwedisches Fest in Oskarshamn erleben will, sollte seine Reise auf Anfang Juli legen und beim jährlichen Festival „Latitud 57“ einigen der bekanntesten schwedischen Künstlern lauschen.

Und wer ein Fan der amerikanischen Simpsons ist, sollte vielleicht einen zweiten Blick auf Oskarshamn werden, denn als die Serie in Schweden Premiere hatte, stellte man fest, dass Oskarshamn das schwedische Gegenstück von Springfield ist.

Copyright: Herbert Kårlin

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