2012/09/06

Sala und die Silbergruben Schwedens

Auch wenn Sala bereits unter den Wikingern eine wichtige Rolle spielte, was zahlreiche Funde beweisen, so beginnt die Geschichte des heutigen Sala erst mit der Entwicklung des Bergbaus nach der Reformation, genauer genommen mit der Silberfunden in Sala, die der Stadt einen besonderen Status in Schweden verliehen.

Die Silbergrube führte, verbunden mit dem Bevölkerungswachstum, auch dazu, dass  Sala im Jahre 1624 von Gustav II. Adolf die Stadtrechte verliehen bekam und der Ort an seine heutige Stelle verlegt wurde. Aber nicht nur Gustav II. Adolf wurde durch das Silber zur Stadt gezogen, denn bis zum 18. Jahrhundert besuchten zahlreiche Könige und Königen Schwedens die Silbergruben, was sich heute noch an den Namen der verschiedenen Gruben deutlich macht.

Die Wohnung des Direktors der Silbergrube in Sala

Bei ihren Besuchen wohnten die königlichen Gäste jeweils im Väsby Kungsgård, der, trotz mehrerer Umbauten, noch heute den mittelalterlichen Charakter trägt und sich im Sommer in ein Freiluftmuseum verwandelt in dem man rund 7000 Gegenstände entdecken kann, umgeben von einer Atmosphäre und Kleidung, die an das 16. und 17. Jahrhundert erinnern.

Nachdem Sala sowohl 1736 als auch 1880 nahezu vollständig abbrannte, sind die meisten Häuser der Stadt als relativ jung zu bezeichnen, vom Väsby Kungsgård, der Kirche, die ihen Namen nach Königin Kristina erhielt, und den Bauwerken der Silbergrube abgesehen. Das Straßensystem, der zentrale Markplatz und die Dämme, die der Stadt noch heute ihren Charakter geben, entsprechen jedoch nach wie vor dem ursprünglichen Stadtbild während der Blütezeit der Grubenindustrie.

Die Silbergrube, die bereits 1906 geschlossen wurde, war im 17. und 18. Jahrhundert eine der wichtigsten Einkommensquellen Schwedens, was auch dazu führte, dass sich die Stadt mit über 5000 Bewohnern Ende des 19. Jahrhunderts in eine Großstadt verwandelt hatte. Heute ist die Silbergrube erneut der wichtigste Anziehungspunkt Salas, auch wenn der Ort durch die Landflucht nun immer mehr Bewohner verliert.

Wer heute Sala besucht, will natürlich die alten Silbergruben entdecken und wird nicht enttäuscht, denn die Gänge können aus aller Nähe erkundet werden, wobei allein eine Fahrt zur Ulrika Eleonora Grube ein Erlebnis ist, da die Reise 155 Meter in die Tiefe führt.

Aber Sala ist heute natürlich nicht nur Silber, sondern hat sich auf Grund der Dämme und Kanäle, die das Wasser zu den Gruben brachten, in eine grüne Stadt verwandelt, deren Umgebung mit seinen Feuchtgebieten, landwirtschaftlichen Flächen und Seen, insbesondere im Svartådalen, zu grünen Aktivitäten locken. Hier kann man das Schweden des 19. Jahrhunderts zu Fuß, mit dem Pferd, dem Fahrrad und auch dem Kanu entdecken. Die Seen in nächster Nähe laden nicht nur Badegäste ein, sondern auch Angler, die dort eine reiche Beute erwarten können.

Aber das heutige Sala ist nicht nur Natur, Väsby Kungsgård und Silbergrube, denn wer sich im Fremdenverkehrsamt des Ortes die Kulturführer des Ortes beschafft, kann bei eine Wanderung durch die Stadt rund 400 Jahre Geschichte entdecken, die dem Besucher ein völlig neues Schweden-Bild präsentieren und auch an die Liebesgeschichte zwischen Gustav II. Adolf und der Hofdame Ebba Brahe erinnern.

Wer Sala mehr auf eigene Faust entdecken will, sollte, außer der Silbergrube und dem Väsby Kungsgård, nicht das Anguéli Museum, das Polizeimuseum, das Grubenmuseum und das Traktormuseum vergessen. Im Anguéli Museum findet man die größte Sammlung Schwedens an Werken des Künstlers, der in Sala geboren wurde. Ivan Aguéli, der sich nach seiner Konvertierung zum Islam Abd Al-Hadi Aqhili nannte, gehört heute mit zu den bedeutendsten Malern Schwedens, der seiner Zeit weit voraus war.

Ein Gebäude, das man ebenfalls nicht links liegen lassen sollte, ist auch die Kirche Salas, die in großen Zügen bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, ausgenommen des abseits stehenden Kirchturms, der erst viel später hinzugefügt wurde. Im Inneren der Kirche findet man im Jahre 1931 restaurierte Kalkmalereien des größten Künstlers Schwedens des Mittelalters. Albertus Pictor signierte dieses Werk noch mit seinem deutschen Namen Albertus Ymmenhausen, was darauf schließen lässt, dass es sich dabei um das erste Werk des Künstlers auf schwedischem Boden handelt.

Copyright: Herbert Kårlin

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