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2012/10/14

Falun, die geteilte Stadt in Dalarna

Falun wurde nahezu weltweit wegen der roten Falunfarbe (Faluröd) bekannt, da diese Farbe Schweden zu seinem Ruf mit den roten Häusern verhalf und indirekt auf die Grubenaktivität hinweist, die vermutlich bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht und schon zu Beginn der Wikinger eine Rolle für den schwedischen Export spielte und mit Sicherheit bereits im 11. Jahrhundert am Tiskasjöberget voll in Gange war.

Heute sind die Bergwerke und die Arbeiterviertel Teil des Weltkulturerbes der UNESCO und sind damit eine bedeutende Attraktion Schwedens geworden, Bergwerke, die im 16. und 17. Jahrhundert einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet haben, dass Schweden in dieser Epoche zu einer europäischen Großmacht aufstieg.

Hier wurden einst die Tücher der Tuchfärberei Herdin in Falun ausgespühlt.

Durch Falun fließt der Fluss Faluån, der die Stadt in zwei sehr unterschiedliche Städte teilt, nämlich in den vergifteten Teil der Gruben (gruvliga sidan), wo früher der Bergbau stattfand und die Arbeiter wohnten und die Wohnstadt (ljuvliga sidan) mit den roten Villen der Grubenbesitzer und Händler. Das Stadtzentrum der Bürger hat in großen Zügen den Charakter einer typisch schwedischen Kleinstadt behalten und entkam dem Bauboom der 60er und 70er Jahre weitgehend, selbst wenn so manches Holzhaus Ziegel und Beton weichen musste.

Wer heute Falun besucht, wird mit Sicherheit das Gebiet der Gruben, die seit 1970 teilweise für die Allgemeinheit geöffnet wurden, besuchen, die 67 Meter in die Tiefe nehmen und auch die verbliebenen kleinen Holzhäuser der Grubenarbeiter betrachten, die ein deutlicher Kontrast zu den Gebäuden auf der anderen Seite des Flusses bilden.

Während man sich auf der Grubenseite Faluns aufhält, sollte man auch das Gruvmuseet (Grubenmuseum) nicht vergessen, das erste technische Museum Schwedens, das die lange Geschichte der Kupfergewinnung, der Grubenarbeit und der Anwendung der Wasserkraft auf sehr anschauliche Weise erklärt. Allerdings muss bemerkt werden, dass das Museum von Ende September bis Ende April geschlossen ist.

Wer tiefer in die Geschichte der Gruben Faluns eintauchen will, findet in der näheren Umgebung auch den Svartnäs Bruk, Utbruken und die Vintjärns gruvor, in denen Eisen gewonnen und verarbeitet wurde, das man im Bergwerk in Falun benötigte, wobei der Svartnäs Bruk die erste Eisenhütte der Umgebung war, die Eisenstangen für Falun lieferte.

Auf der Bürgerseite Faluns findet man das Dalarnas Museum mit der größten schwedischen Sammlung an Volkskunst. Hier kann man die gesamte Volkskultur Dalarnas entdecken, angefangen von den Malereien Dalarnas, Glas und Keramik bis zu den Trachten und der Volksmusik. Ein Blick in das Arbeitszimmer von Selma Lagerlöf zeigt wie die Schriftstellerin früher lebte und arbeitete.

Im Zentrum Faluns liegt auch die Kristine Kyrka, die zu den am besten erhaltenen Renaissancekirchen Schwedens gehört und zwischen 1624 und 1655 erbaut wurde. Das Innere der Kirche wird von Barock und Renaissance dominiert. Etwas älter ist die Stora Kopparbergs Kyrka, die bereits im 15. Jahrhundert gebaut wurde, aber ebenfalls ihr Aussehen behalten hat, wobei in dieser Kirche mehr Sternengewölbe zu sehen sind als in jeder anderen Kirche Schwedens.

Etwas kleinere Museen in Falun, die jedoch alle ihre Reize haben, sind das Eisenbahnmuseum, das Sportmuseum, das Medizinhistorische Museum oder auch das Regementmuseum. Trotz seiner Größe hat Falun ein sehr umfangreiches Angebot an Museen oder auch Galerien, die dem Besucher einen tieferen Einblick in die Entwicklung Dalarnas und insbesondere jener Faluns ermöglichen.

Wer sich mehr mehr für die Natur, Wandern oder Sommer- und Wintersport interessiert, wird von der Umgebung Faluns und seinen dunklen Wäldern kaum enttäuscht. Allein in der Umgebung Faluns wurden bisher 14 Naturschutzgebiete geschaffen, die mit ihren Seen und Wäldern jedem Naturliebhaber das Herz höher schlagen lassen.

Anfang Juni findet das jährliche Fest der Stadt Falun statt, an dem die vier Tage ihren Höhepunkt mit dem Tag der Faluwurst haben, an dem im Jahre 1972 eine Falukorv, die Nationalwurst Schwedens mit einer Länge von 82,6 Metern präsentiert wurde.

Mitte Juni findet seit 2008 das dreitägige Festvial „Rockstad: Falun“ statt, an dem 30 bis 40 bekannte nationale und internationale Rockgruppen auftreten. Mit seinen rund 5000 Besuchern handelt es sich gegenwärtig noch um ein relativ persönliches Festival an dem man auch noch unbekanntere Musikgruppen Schwedens hören kann, die jedoch Potential haben.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/09/06

Sala und die Silbergruben Schwedens

Auch wenn Sala bereits unter den Wikingern eine wichtige Rolle spielte, was zahlreiche Funde beweisen, so beginnt die Geschichte des heutigen Sala erst mit der Entwicklung des Bergbaus nach der Reformation, genauer genommen mit der Silberfunden in Sala, die der Stadt einen besonderen Status in Schweden verliehen.

Die Silbergrube führte, verbunden mit dem Bevölkerungswachstum, auch dazu, dass  Sala im Jahre 1624 von Gustav II. Adolf die Stadtrechte verliehen bekam und der Ort an seine heutige Stelle verlegt wurde. Aber nicht nur Gustav II. Adolf wurde durch das Silber zur Stadt gezogen, denn bis zum 18. Jahrhundert besuchten zahlreiche Könige und Königen Schwedens die Silbergruben, was sich heute noch an den Namen der verschiedenen Gruben deutlich macht.

Die Wohnung des Direktors der Silbergrube in Sala

Bei ihren Besuchen wohnten die königlichen Gäste jeweils im Väsby Kungsgård, der, trotz mehrerer Umbauten, noch heute den mittelalterlichen Charakter trägt und sich im Sommer in ein Freiluftmuseum verwandelt in dem man rund 7000 Gegenstände entdecken kann, umgeben von einer Atmosphäre und Kleidung, die an das 16. und 17. Jahrhundert erinnern.

Nachdem Sala sowohl 1736 als auch 1880 nahezu vollständig abbrannte, sind die meisten Häuser der Stadt als relativ jung zu bezeichnen, vom Väsby Kungsgård, der Kirche, die ihen Namen nach Königin Kristina erhielt, und den Bauwerken der Silbergrube abgesehen. Das Straßensystem, der zentrale Markplatz und die Dämme, die der Stadt noch heute ihren Charakter geben, entsprechen jedoch nach wie vor dem ursprünglichen Stadtbild während der Blütezeit der Grubenindustrie.

Die Silbergrube, die bereits 1906 geschlossen wurde, war im 17. und 18. Jahrhundert eine der wichtigsten Einkommensquellen Schwedens, was auch dazu führte, dass sich die Stadt mit über 5000 Bewohnern Ende des 19. Jahrhunderts in eine Großstadt verwandelt hatte. Heute ist die Silbergrube erneut der wichtigste Anziehungspunkt Salas, auch wenn der Ort durch die Landflucht nun immer mehr Bewohner verliert.

Wer heute Sala besucht, will natürlich die alten Silbergruben entdecken und wird nicht enttäuscht, denn die Gänge können aus aller Nähe erkundet werden, wobei allein eine Fahrt zur Ulrika Eleonora Grube ein Erlebnis ist, da die Reise 155 Meter in die Tiefe führt.

Aber Sala ist heute natürlich nicht nur Silber, sondern hat sich auf Grund der Dämme und Kanäle, die das Wasser zu den Gruben brachten, in eine grüne Stadt verwandelt, deren Umgebung mit seinen Feuchtgebieten, landwirtschaftlichen Flächen und Seen, insbesondere im Svartådalen, zu grünen Aktivitäten locken. Hier kann man das Schweden des 19. Jahrhunderts zu Fuß, mit dem Pferd, dem Fahrrad und auch dem Kanu entdecken. Die Seen in nächster Nähe laden nicht nur Badegäste ein, sondern auch Angler, die dort eine reiche Beute erwarten können.

Aber das heutige Sala ist nicht nur Natur, Väsby Kungsgård und Silbergrube, denn wer sich im Fremdenverkehrsamt des Ortes die Kulturführer des Ortes beschafft, kann bei eine Wanderung durch die Stadt rund 400 Jahre Geschichte entdecken, die dem Besucher ein völlig neues Schweden-Bild präsentieren und auch an die Liebesgeschichte zwischen Gustav II. Adolf und der Hofdame Ebba Brahe erinnern.

Wer Sala mehr auf eigene Faust entdecken will, sollte, außer der Silbergrube und dem Väsby Kungsgård, nicht das Anguéli Museum, das Polizeimuseum, das Grubenmuseum und das Traktormuseum vergessen. Im Anguéli Museum findet man die größte Sammlung Schwedens an Werken des Künstlers, der in Sala geboren wurde. Ivan Aguéli, der sich nach seiner Konvertierung zum Islam Abd Al-Hadi Aqhili nannte, gehört heute mit zu den bedeutendsten Malern Schwedens, der seiner Zeit weit voraus war.

Ein Gebäude, das man ebenfalls nicht links liegen lassen sollte, ist auch die Kirche Salas, die in großen Zügen bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, ausgenommen des abseits stehenden Kirchturms, der erst viel später hinzugefügt wurde. Im Inneren der Kirche findet man im Jahre 1931 restaurierte Kalkmalereien des größten Künstlers Schwedens des Mittelalters. Albertus Pictor signierte dieses Werk noch mit seinem deutschen Namen Albertus Ymmenhausen, was darauf schließen lässt, dass es sich dabei um das erste Werk des Künstlers auf schwedischem Boden handelt.

Copyright: Herbert Kårlin