Affichage des articles dont le libellé est Weltkulturerbe. Afficher tous les articles
Affichage des articles dont le libellé est Weltkulturerbe. Afficher tous les articles

2012/10/27

Karlskrona, die Kriegsstadt an der Ostsee

Als Blekinge durch den Frieden von Roskilde im Jahre 1656 endgültig schwedisch wurde, gab es am heutigen Karlkrona, der damaligen Insel Trossö, keine Stadt, denn die Insel wie auch einige der umlegenden Inseln, gehörte einem Landwirt Vittus Andersson. Die Könige Schwedens hatten allerdings die strategische Wichtigkeit dieser durch die Schären geschützten Stelle sehr schnell erkannt, was dazu führte, dass der Landwirt im Jahre 1679 seinen Besitz an die schwedische Krone verkaufen musste, damit auf Trossö eine Stadt gebaut werden konnte.

Die Stadt Karlskrona, die ihren Namen nach dem König Karl XI. erhielt, war schnell gegründet, denn bereits am 10. August 1680 wurden vom König die Stadtprivilegien ausgestellt. Das extrem schnelle Wachstum der Stadt wurde damit begünstigt, dass das schwedische Heer die bis dahin größte dänische Stadt Kristianopel zerstörte und die Bewohner zwang in das neu gegründete Karlskrona zu ziehen.

Die Insel Stumholmen mit militärischen Gebäuden und Leuchtturm in Karlskrona

Karlskrona, das sich bald zur drittgrößten Stadt Schwedens entwickelt hatte, war weniger als Handelsstadt gedacht wie die meisten anderen Städte, die an der Ostseeküste gegründet wurden, sonder als Basis für die Kriegsmarine. Karlskrona sollte sowohl den Dänen als auch den anderen Anrainern der Ostsee zeigen, dass Schweden nun die Ostsee beherrschte und mit dieser Vorherrschaft nicht zu spaßen war. Mit dem Niedergang der schwedischen Großmacht und der Pest verlor Karlskrona dann jedoch seine Stellung und mittlerweile verfügt die Stadt noch um etwas über 35.000 Einwohner.

Wenn man heute von Karlskrona spricht, so meint man in erster Linie die Altstadt auf Trossö, wo einst rund 400 Kriegsschiffe gebaut wurden und die ältesten schwedischen Trockendocks zu finden sind, ein Kulturgut, das heute zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, aber leider zum größten Teil nur mit Führern entdeckt werden kann, da das Gebiet der Werft weiterhin Militärgebiet ist.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Kungsbron mit der Bastion Aurora, die ebenfalls Teil des Weltkulturerbes sind und früher den offiziellen Zugang nach Karlskrona bildetet. Hier gingen Ende des 17. und des 18. Jahrhunderts die Könige und Befehlshaber an Land.

Einen unvergesslichen Eindruck hinterlässt auch der Stortorget in Karlskrona, einer der größten steinbelegten Marktplätze Europas, von dem aus man Zugang zu zwei Kirchen der Stadt hat, die nach Vorbildern in Rom geschaffen wurden. Die Trefaldighetskyrkan oder Deutsche Kirche war bis 1846 der deutschen Bevölkerung der Insel vorbehalten und ein Nachbau des Pantheon in Rom. Die barocke Fredrikskyrkan wurde ab 1720 gebaut und ist auf Grund ihrer Architektur und ihrem Glockenspiel mit 35 Glocken hervorzuheben.

Im Blekinge Museum in Karlskrona kann man, wie der Name schon sagt, die Geschichte Blekinges entdecken und vor allem seiner Entwicklung ab dem 18. Jahrhundert folgen. Temporäre Ausstellungen ermöglichen dann auch tiefer mit einzelnen Themen vertraut zu werden.

Wer sich für die Geschichte der schwedischen Kriegsmarine interessiert, wird im Marinemuseum in Karlskrona fündig, denn hier findet man die größte Sammlung aus Gegenständen und Schiffen die die schwedische Verteidigung auf dem Wasser betrifft. Während eines Rundgangs kann man selbst ein echtes Wrack hinter Glas sehen.

Im Schulmuseum der Stadt kann man einen Blick zurück in die Schulzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts werfen, wobei einige Ausstellungsgegenstände sogar noch ein Jahrhundert weiter zurückgehen. Hier wurde nicht nur Lehrmaterial aus den verschiedenen Epochen erhalten, sondern auch ein Schulraum eingerichtet. Das Schulmuseum in Karlskrona besitzt die kompletteste Sammlung einer 100-jährigen schwedischen Schulgeschichte.

Ein Museum vollkommen anderer Art ist das Porzellanmuseum in Karlskrona, das man in der ehemaligen Porzellanfabrik der Stadt findet, die von 1918 bis 1968 aktiv war. Die Sammlung zeigt die Produktion der Firma Albinsson & Sjöberg.

Naturliebhaber finden direkt bei Karlskrona nicht nur ein einmaliges Naturschutzgebiet, sondern auch die Schären laden zu einer einzigartigen Natur ein, wobei jede der Inseln ihren eigenen Charakter und eine für die Insel typische Bewachsung behalten hat.

Durch die militärische Bedeutung, die Karlskrona nach seiner Gründung hatte, wurde auch die Umgebung und die Inseln vor der Stadt befestigt. Um die Bedeutung von Karlskrona wirklich zu verstehen, muss man daher auch die Umgebung und vor allem die Schären etwas erforschen.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/23

Visby, die mittelalterliche Stadt Schwedens

Visby, die größte Stadt Gotlands und ein UNESCO Weltkulturerbe, ist die Stadt Schwedens, in der man das Mittelalter am deutlichsten spüren kann, nicht zuletzt auch wegen der 3,4 Kilometer langen Stadtmauer, die heute noch ein Symbol Visbys ist. Geschichtlich gesehen war Visby ein alter Kultplatz auf dem sich langsam eine Stadt entwickelte. Die ältesten Funde gehen hier bis etwa 700 nach Christus zurück,  was einerseits bedeutet, dass Visby nicht die älteste Ansiedlung auf Gotland war, andererseits aber auch die Aussage zulässt, dass sie mit dem steigenden Handel ab der Zeit der Wikinger eine immer größere Bedeutung auf der Insel erlangte.

In Visby entstand vermutlich gegen Mitte des 11. Jahrhunderts die erste Kirche auf Gotland, die auf einem vorchristlichen Opferplatz erbaut wurde um die Macht des neuen Gottes zu demonstrieren. Gleichzeitig stellte diese Kirche jedoch auch eine gewisse neutrale Zone für alle Kaufleute dar, die um diese Zeit in Visby Halt machten. Bereits lange Zeit bevor die Hanse einen Einfluss in Visby gewann, hatte der Ort bereits nachweislich Handelsverträge mit Schweden, mit Dänemark und mit Russland.

In diesem Rahmen muss man auch sehen, dass Gotland erst sehr spät Teil des schwedischen Reiches wurde, sondern sehr lange eine gewisse Selbständigkeit bewahrte, die sich an eigenen Gesetzen, den Gutalagen, ausdrückte, aber auch an einer eigenen Sprache, die sich erheblich vom Urschwedischen unterschied. Auch die Vorgeschichte Gotlands weicht in vielen Punkten von der schwedischen Geschichte ab.

Auch wenn man bei der Ankunft in Visby unmittelbar in die mittelalterliche Atmosphäre der Altstadt mit der Ringmauer eintauchen möchte, so ist es sinnvoll, sich zuerst ein wenig mit der Entwicklung und der Geschichte Visbys auseinanderzusetzen und einen Besuch im Gotlands Museum zu planen, da  man nach dem Besuch der verschiedenen Ausstellung weitaus mehr von Gotland verstehen wird als bei einem unmittelbaren Besuch der historischen Sehenswürdigkeiten.

Wenn man dann während der kulturellen Wanderung durch Visby unruhige Kinder bei sich hat, so bietet sich ein Abstecher in das Science Center Gotland, denn hier wurde nicht nur die Geschichte des Wissens zusammengetragen, sondern Kinder können hier auch spielerisch zahlreiche Experimente anschaulich nachvollziehen.

Wer sich mehr für die Verteidigung Schwedens und insbesondere jener Gotlands interessiert, kann natürlich auch einen Blick in das FörsvarsMuseum in Visby werfen, das vor allem die letzten hundert Jahre der nordischen Verteidigung näher bringt, aber mit Themenausstellungen auch weiter in die Vergangenheit zurückgeht.

Das Kunstmuseum auf Gotland ist vor allem deswegen einzigartig in Schweden, weil hier weniger ein Schwerpunkt auf allgemeine Kunst oder auch nordische Kunst gelegt wird, sondern das Museum sich auf Künstler Gotland und Kunst, die Gotland zeigt, spezialisiert hat. Die Gemälde der gotländischen Künstler sind überwiegend aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert.

Visby bietet für seine knapp 23.000 Einwohner ein reiches Angebot an weiteren Museen, denn nur vier Kilometer von der Stadt entfernt liegt da Museum mit Veteranenautomobile und etwas weiter entfernt stößt man auch auf eine landwirtschaftliches Museum das Eisenbahnmuseum Gotlands und zahlreiche andere Museen oder Ausstellungsräume.

Um die rund 150 mittelalterlichen Häuser Visbys zu finden, muss man nur durch die Altstadt spazieren, denn dem Scharm dieser Häuser kann man kaum entkommen, wobei man dabei natürlich daran denken sollte, dass alle Häuser hervorragend restauriert wurden und heute vermutlich sogar weitaus romantischer wirken als im Mittelalter. Und man sollte auch daran denken, dass auf Gotland auch im Mittelalter bereits weniger in Holz gebaut wurde als auf dem schwedischen Festland.

Am meisten beeindruckt in Visby die sieben Meter hohe Stadtmauer mit ihren 27 erhaltenen Türmen und den verschiedenen Toren, die alle einen eigenen Namen haben und auch eine bestimmte Funktion erfüllten. Diese Stadtmauer wurde als solches bereits 1288 fertig gestellt, fordert nun aber erneut einige dringende Reparationen.

Außer den zahlreichen Ruinen an Kirchen, die man in Visby findet, gibt es auch eine Kirche, die noch heute nahezu vollständig aus dem Mittelalter erhalten ist, denn die Domkirche Visbys, die im Jahre 1225 eingeweiht wurde, war eigentlich für deutsche Händler bestimmt, wurde aber im 16. Jahrhundert die allgemeine Kirche Visbys.

Eine etwas makabre Sehenswürdigkeit liegt etwas außerhalb der Stadt im Naturschutzgebiet Galgberget, wo man noch heute die Stelle besuchen kann an der über Jahrhunderte hinweg, und letztmals im Jahre 1845, Straftäter gehängt wurden. Die Pfeiler auf der Mauer, die ursprünglich mit Holzbalken verbunden waren, zeugen noch davon, dass so manches Mal nicht nur eine Person getötet wurde, sondern die Vorrichtung auch für mehrere Personen gleichzeitig ausgerichtet war.

Die größte Grünanlage Visbys ist natürlich der Botanische Garten, der so manchen Besucher erstaunt, da es das Klima und die geschützte Lage Gotlands erlauben auch Feigen, Magnolien und andere Gewächse so hoch im Norden zu zeigen, die man sonst weitaus näher am Mittelmeers erwartet.

Das größte Ereignis Gotlands ist das Mittelalter-Festival (Medeltidsveckan) in der ersten Hälfte im August, das nächstes Mal vom 4. bis zum 11. August 2013 zum 30. Mal ausgetragen wird und mit seinen Ritterspielen die Geschichte Gotlands und insbesondere Visbys um 600 Jahre zurückdreht.

Aber natürlich ist Visby auch ein idealer Ausgangsort um ganz Gotland zu entdecken, wobei man in vielen Fällen mehr sieht, wenn man sich ein Fahrrad mietet statt mit dem Auto auf die Suche nach historischen Sehenswürdigkeiten oder Naturschönheiten zu suchen.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/14

Falun, die geteilte Stadt in Dalarna

Falun wurde nahezu weltweit wegen der roten Falunfarbe (Faluröd) bekannt, da diese Farbe Schweden zu seinem Ruf mit den roten Häusern verhalf und indirekt auf die Grubenaktivität hinweist, die vermutlich bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht und schon zu Beginn der Wikinger eine Rolle für den schwedischen Export spielte und mit Sicherheit bereits im 11. Jahrhundert am Tiskasjöberget voll in Gange war.

Heute sind die Bergwerke und die Arbeiterviertel Teil des Weltkulturerbes der UNESCO und sind damit eine bedeutende Attraktion Schwedens geworden, Bergwerke, die im 16. und 17. Jahrhundert einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet haben, dass Schweden in dieser Epoche zu einer europäischen Großmacht aufstieg.

Hier wurden einst die Tücher der Tuchfärberei Herdin in Falun ausgespühlt.

Durch Falun fließt der Fluss Faluån, der die Stadt in zwei sehr unterschiedliche Städte teilt, nämlich in den vergifteten Teil der Gruben (gruvliga sidan), wo früher der Bergbau stattfand und die Arbeiter wohnten und die Wohnstadt (ljuvliga sidan) mit den roten Villen der Grubenbesitzer und Händler. Das Stadtzentrum der Bürger hat in großen Zügen den Charakter einer typisch schwedischen Kleinstadt behalten und entkam dem Bauboom der 60er und 70er Jahre weitgehend, selbst wenn so manches Holzhaus Ziegel und Beton weichen musste.

Wer heute Falun besucht, wird mit Sicherheit das Gebiet der Gruben, die seit 1970 teilweise für die Allgemeinheit geöffnet wurden, besuchen, die 67 Meter in die Tiefe nehmen und auch die verbliebenen kleinen Holzhäuser der Grubenarbeiter betrachten, die ein deutlicher Kontrast zu den Gebäuden auf der anderen Seite des Flusses bilden.

Während man sich auf der Grubenseite Faluns aufhält, sollte man auch das Gruvmuseet (Grubenmuseum) nicht vergessen, das erste technische Museum Schwedens, das die lange Geschichte der Kupfergewinnung, der Grubenarbeit und der Anwendung der Wasserkraft auf sehr anschauliche Weise erklärt. Allerdings muss bemerkt werden, dass das Museum von Ende September bis Ende April geschlossen ist.

Wer tiefer in die Geschichte der Gruben Faluns eintauchen will, findet in der näheren Umgebung auch den Svartnäs Bruk, Utbruken und die Vintjärns gruvor, in denen Eisen gewonnen und verarbeitet wurde, das man im Bergwerk in Falun benötigte, wobei der Svartnäs Bruk die erste Eisenhütte der Umgebung war, die Eisenstangen für Falun lieferte.

Auf der Bürgerseite Faluns findet man das Dalarnas Museum mit der größten schwedischen Sammlung an Volkskunst. Hier kann man die gesamte Volkskultur Dalarnas entdecken, angefangen von den Malereien Dalarnas, Glas und Keramik bis zu den Trachten und der Volksmusik. Ein Blick in das Arbeitszimmer von Selma Lagerlöf zeigt wie die Schriftstellerin früher lebte und arbeitete.

Im Zentrum Faluns liegt auch die Kristine Kyrka, die zu den am besten erhaltenen Renaissancekirchen Schwedens gehört und zwischen 1624 und 1655 erbaut wurde. Das Innere der Kirche wird von Barock und Renaissance dominiert. Etwas älter ist die Stora Kopparbergs Kyrka, die bereits im 15. Jahrhundert gebaut wurde, aber ebenfalls ihr Aussehen behalten hat, wobei in dieser Kirche mehr Sternengewölbe zu sehen sind als in jeder anderen Kirche Schwedens.

Etwas kleinere Museen in Falun, die jedoch alle ihre Reize haben, sind das Eisenbahnmuseum, das Sportmuseum, das Medizinhistorische Museum oder auch das Regementmuseum. Trotz seiner Größe hat Falun ein sehr umfangreiches Angebot an Museen oder auch Galerien, die dem Besucher einen tieferen Einblick in die Entwicklung Dalarnas und insbesondere jener Faluns ermöglichen.

Wer sich mehr mehr für die Natur, Wandern oder Sommer- und Wintersport interessiert, wird von der Umgebung Faluns und seinen dunklen Wäldern kaum enttäuscht. Allein in der Umgebung Faluns wurden bisher 14 Naturschutzgebiete geschaffen, die mit ihren Seen und Wäldern jedem Naturliebhaber das Herz höher schlagen lassen.

Anfang Juni findet das jährliche Fest der Stadt Falun statt, an dem die vier Tage ihren Höhepunkt mit dem Tag der Faluwurst haben, an dem im Jahre 1972 eine Falukorv, die Nationalwurst Schwedens mit einer Länge von 82,6 Metern präsentiert wurde.

Mitte Juni findet seit 2008 das dreitägige Festvial „Rockstad: Falun“ statt, an dem 30 bis 40 bekannte nationale und internationale Rockgruppen auftreten. Mit seinen rund 5000 Besuchern handelt es sich gegenwärtig noch um ein relativ persönliches Festival an dem man auch noch unbekanntere Musikgruppen Schwedens hören kann, die jedoch Potential haben.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/07

Örnsköldsvik, die schwedische Stadt des Abenteuers

Örnsköldsvik, die größte Stadt im Ångermanland wurde bereits zur Bronzezeit besiedelt, wobei die über 7000 Grabhügel der Umgebung auch beweisen, dass diese Region Schwedens sehr früh zu einem Handelsort wurde, auch wenn man hierüber nicht sehr viel weiß. In diesem Zusammenhang darf man natürlich auch nicht vergessen, dass sich zwischen Härnösand und Örnsköldsvik die Landhebung Schwedens am deutlichsten bemerkbar machte, was letztendlich auch dazu führte, dass man hier eines der Weltkulturerbe Schwedens findet, nämlich die Höga Kusten, die Hohe Küste.

Auch wenn das Wort Örn als Adler übersetzt wird und man in Örnsköldsvik einen Adler als Stadtsymbol findet, so ist dies natürlich mehr eine touristische Erfindung, denn die Stadt wurde nach dem Regionalpolitiker Per Abraham Örnsköld benannt und ist damit eine der wenigen Städte Schwedens, die nach einer bürgerlichen Person benannt wurden.

Blick auf die Skisprungschanze in Örnsköldsvik

Örnsköldsvik ist vor allem als Stadt des Sports bekannt, wobei man selbst bei der Durchfahrt die Skischanze sieht, die geradezu zum Symbol der Stadt wurde, und Örnsköldsvik ist natürlich die letzte Stadt der Höga Kusten, die geradezu unbegrenzte Möglichkeiten für Naturliebhaber jeder Art bietet. Viele, die nach Örnsköldvik kommen benutzen die Stadt als solches nur um hier zu schlafen und um einzukaufen, obwohl Örnsköldsvik weitaus mehr zu bieten hat.

Um mehr über die Vergangenheit Örnsköldsviks zu erfahren, bietet sich ein Besuch des städtischen Museums an, dem auch eine Kunsthalle mit wechselnden Ausstellungen angeschlossen ist, denn hier kann man nicht nur übliche Ausstellungsgegenstände mit entsprechenden Erklärungen finden, sondern im Filmraum auch alle Dokumentationen über Örnsköldsvik betrachten.

Eine Erlebnis besonderer Art bietet das kleine Hans Hedberg Museum in Örnsköldsvik, wo man die glasierten Keramikfrüchte des im Jahre 2007 verstorbenen Künstlers Hans Hedberg sehen kann, Werke, die insbesondere in Frankreich einen großen Erfolg hatten.

In der Stadt Örnsköldsvik selbst findet man schließlich noch das Paradiset, eines der größten Hallenbäder Nordeuropas mit allem, was man sich in einem Abenteuerbad nur wünschen kann, wobei man im Paradisbadet auch die längste Wasserrutschbahn Europas findet, die je in einer Halle aufgebaut wurde.

Mitten in Örnsköldsvik liegt auch der sogenannte Varvsberget mit seinen Sportanlagen, dessen Spitze man mit der Seilbahn oder auch zu Fuß erreichen kann um eine unvergessliche Aussicht zu finden. Auf dem 125 Meter hohen Varvsberget beginnt auch der Wanderpfad Höga Kusten (Höga Kustenleden) und das Hörnsjöns Naturreservat.

Wer eine längere Wanderung in Örnsköldsvik beginnen will, kann den Höga Kustenleden wählen, der in 13 Etappen durch das Weltkulturerbe und den Nationalpark Skuleskogen führt oder, alternativ, den Arnäsleden mit seinen 70 Kilometern, die in acht Etappen aufgeteilt sind und selbst für Kinder geeignet ist. Hier kommt man an den typischen Scheunen des Ångermanland vorbei, an den Räckebergsgrotten und an Badeplätzen, die sich für eine Rast und ein Picknick eignen.

Wer Örnsköldsvik als Basis nimmt, darf auf keinen Fall vergessen einen Ausflug nach der beiden Inseln Ulvön einzuplanen, einer Doppel-Insel, die Teil der Schären ist, die sich direkt vor der Stadt erstrecken. Norra und Södra Ulvön, die als das Herz der Höga Kusten bezeichnet werden, sind vor allem durch den Surströmming bekannt, der noch heute dort eingemacht wird und zu den bedeutendsten Delikatessen Schwedens zählt. Auf Ulvön findet man auch die Ulvö Gamla Kapell von 1622, die älteste noch erhaltene Holzkirche des Ångermanland mit sehr gut erhaltenen Wandmalereien. Allerdings kann diese Kapelle nur im Sommer von innen besichtigt werden.

Die Ausflugsmöglichkeiten von Örnsköldsvik sind nahezu unbegrenzt, egal ob man mit einem Fahrzeug, dem Kanu oder zu Fuß unterwegs ist. Unter den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung sind die Skallbergsgrottorna zu nennen unter denen einige von Jedermann zu besichtigen sind, sollte man den Helm und die Taschenlampe nicht vergessen haben. Die Mehrheit der Grotten sind allerdings für Hobbyabenteurer nicht geeignet.

Andere Ausflugsmöglichkeiten können das Surströmmingsmuseum, dem ein Bootsmuseum angeschlossen ist, in Skeppsmaln sein, das Brynge Kulturområde mit seinem Kraftwerk und der industriellen Geschichte des Ångermanland, die Själevads Kyrka, die vor einigen Jahren zur schönsten Kirche Schwedens gewählt wurde, oder auch die Gammelgården in Myckelgensjö mit seinen 28 Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert und dem Bauernhof der gleichen Epoche. Für jene, die sich für Geschichte interessieren kann auch Genesmon im Ort Gene von großem Interesse sein, die Rekonstruktion eines Dorfes aus der römischen Eisenzeit, gebaut nach der nahen Fundstelle, die in den 60er Jahren erstmals untersucht wurde.

Copyright: Herbert Kårlin