2012/10/11

Mellerud und das Weihnachtsmannmuseum

Mellerud wird heute oft nur bei der Durchfahrt kurz wahrgenommen, wenn man entlang der Westküste des Vänern nach Åmål oder Karlstad will, wobei die Bevölkerungsmenge vor allem im Sommer bedeutend ist, weil sich dort während der warmen Monate immer mehr deutsche, holländische und norwegische Einwanderer nieder lassen. Dabei war die Umgebung um Mellerud bereits während der Jungsteinzeit bewohnt wie zahlreiche Funde belegen.

Geschichtlich bedeutende wurde im Jahre 1304 die Burg Dalaborg, die sich etwa zehn Kilometer südöstlich von Mellerud befindet, aber leider nur eine kurze Geschichte hatte, da sie bereits 1434 beim Aufruhr Engelbrechts abgebrannt wurde. Reste der Befestigungen kann man heute noch betrachten. Karl IX. wollte 1609 an der Stelle der Burg eine Stadt errichten, die Mellerud ersetzen sollte, was jedoch nie in die Tat umgesetzt wurde, so dass der kleine Ort Mellerud, der etwas weiter im Landesinneren lag, sich zur größten Ansiedlung der Umgebung entwickeln konnte.

Ab 1650 hatte Mellerud eine Größe erreicht, dass dort das erste Gerichtsgbäude (Tingshus) eingeweiht wurde. Dennoch dauerte es dann noch bis 1908 bis Mellerud als Köping auch die Marktrechte erhielt und bis 1969, dass der Ort ein stadtähnliches Statut als Großgemeinde bekam.

Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Melleruds ist das Weihnachtsmannmuseum mit seinem Lanthandel von 1908. Die private Sammlung besteht insgesamt aus rund 500 verschiedenen Weihnachtsmännern, wobei der älteste unter ihnen noch aus dem 19. Jahrhundert kommt.

Eine weitere Entdeckung in Mellerud ist das Melleruds Museum, das sich auf die Geschichte der Umgebung, die frühere Wohnsituation und das frühere Arbeitsmilieu spezialisiert hat, aber auch ein Modell der ehemaligen Dalaborg (Burg Dalaborg) ausstellt. Für schwedische Geschlechtsforscher ist das Museum ein Paradies, denn hier findet man sämtliche Kirchenbücher von Beginn des 18. Jahrhunderts bis 1920.

In Mellerud findet der Besucher zwei Kirchen von größerem Interesse, denn sowohl die Holms Kirche als auch die Örs Kirche reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück und haben sowohl innen als auch außen historische Elemente erhalten. Die Holms Kyrka wird mit dem norwegischen Sankt Olof (Olov Haraldsson) in Verbindung gebracht, die Örs Kyrka dagegen mit dem ältesten Skalden des Dalslands, mit Gunno Dahlstierna.

Etwa vier Kilometer südlich von Mellerud findet man die Dalslands Glashütte, wo man die Glasmeister dabei erleben kann wie sie das alte Handwerk des Glasbläsers ausüben und dabei Vasen und Schalen schaffen, wobei Gruppen auch eine gesamte Führung in der Glashütte buchen können.

Jene, die sich mehr für schwedische Geschichte interessieren, finden in Mellerud selbst das Östanå Grabfeld, das vermutlich einst ein Opferplatz war, sowie in der näheren Umgebung Melleruds den zwei Meter hohen Grabhügel Korebyhögen und das Grabfeld Bergs Kullar mit seinen Grabhügeln und den drei Domarringen.

Wer sich mehr für landwirtschaftliche Gebäude und eine Wanderung in der Natur interessiert, wird im Kulturreservat Åsnebyn, das heute von einem Verein getragen wird, entdecken, dass dort die Zeit vor hundert Jahren stehen blieb, sowohl was die Gebäude betrifft als auch den Anbau. So ganz nebenbei kann man dort auch noch eine alte Schmiede mit der gesamten ursprünglichen Einrichtung betrachten, eine Schmiede, die den Landwirten dazu diente ihre Werkzeuge herzustellen und in Stand zu halten.

Mellerud kann auch als Stützpunkt für zahlreiche sportlichen Aktivitäten und das Wandern dienen, denn der Vänern ist gerade einmal einen Kilometer vom Ort entfernt, ein Golfplatz liegt am Rande Melleruds, Wnderwege führen in nahezu alle Richtungen und selbst der Dalslands Kanal ist in greifbarer Nähe.

Wer am ersten Wochenende im Juli in Mellerud ist, kann auch eines der ältesten schwedischen Stadtfestivals, das Kanalyran, erleben, das noch nach alter Tradition gehalten wird und ein Blick in das schwedische Sommerleben erlaubt. Einen Monat später findet dann der traditionelle Handwerksmarkt statt, der auch ein Festival für schwedisches Essen ist.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/10

Nora, die schwedische Stadt der Holzhäuser

Noras Geschichte begann im Grunde erst mit Gustav Vasa, obwohl man dort wo sich heute die Stadt befindet bereits im 14. Jahrhundert einen kleinen Ort fand, der bis 1530 so gewachsen war, dass man dort insgesamt gerade einmal zwölf Steuerzahler registrierte. Gustav Vasa war natürlich nicht an Nora als solches interessiert, sondern am Eisen, das man in Bergslagen nutzen konnte. Er entschied daher den Bergleuten in Nora das Recht zu geben Eisen zu verkaufen und einen Markt einzurichten. Auf diese Weise waren aus den zwölf Steuer zahlenden Haushalten bald 44 Haushalte geworden.

Wenig später wäre Nora dann fast den Plänen der Vormundschaftsregierung Königin Kristinas zum Opfer gefallen, die eine Kanalverbindung vom Mälaren zum Hjälmaren plante und zur Erkenntnis kam, dass die geografische Noras nicht ideal war. Die Idee war daher die Bewohner Noras und Lindesbergs zwangsweise in eine neu zu gründende Stadt Järle zu verlagern, eine Idee, die in beiden Orten auf massiven Widerstand stieß und daher aufgegeben werden musste.

Typische Holzhausidylle im Zentrum Noras

Nora erhielt  im Jahre 1643 seine Stadtrechte und konnte bis heute seine Dominanz in Bergslagen erhalten, wobei die Stadt mit rund nur 6.500 Einwohnern einen ländlichen Charakter erhalten konnte, was sich auf die ganze Struktur der Stadt und seine Architektur auswirkt.

Während die meisten Städte Schweden mit großem Aufwand historische Gebäude retten mussten um Museumsdörfer zu schaffen, ist Nora als solches eine Museumsstadt, die überwiegend aus Häusern des 18. und 19. Jahrhunderts besteht. Die Straßen der Innenstadt bestehen nach wie vor aus Kopfsteinpflaster und die Gebäude der vergangenen Jahrhunderte sind weiterhin gemütliche Tante Emma Läden, dienen Handwerkern oder sind Wohnhäuser. Bei einem Spaziergang durch Nora bekommt man das Gefühl, dass die Zeit einfach stehen blieb.

Um Nora zu entdecken muss man daher gemütlich durch die Straßen der Holzstadt bummeln, die Häuser und die alten Schilder der Händler und Handwerker betrachten. Um dies wirklich genießen zu können, bietet das Fremdenverkehrsamt einen kleinen Führer, der nicht nur die Route beschreibt, sondern auch vieles über die einzelnen Häuser erklärt.

Für Leser von Kriminalromanen bietet sich auch eine Wanderung auf den Spuren von Maria Lang (Dagmar Lange) an, die in ihren Büchern Nora als Vorlage für die erfundene Stadt Skoga verwendete. Wer  die späteren Bücher der Schriftstellerin liest, wird erstaunt sein wie viele Details Maria Lang tatsächlich verwendete, denn nahezu hinter jeder Ecke wartet einer ihrer Mörder oder spielt sich eine Tragödie ab.

Ein besonderes Ereignis in Nora ist natürlich eine Fahrt auf der historischen Eisenbahnlinie, wenn man mit der Dampflok durch die Natur von Bergslagen fährt. Traditionell beginnt die erste Reise zu Mittsommer, wenn die Eisenbahn zu den Feierlichkeiten nach Pershyttan aufbricht. Anschließend verkehren die Züge jeweils bis Ende August.

Wer Ende August in Nora ist, kann den jährlichen Nora Markt Tre små gummor besuchen, ein Ereignis, an dem sich die Einwohnerzahl nahezu verzehnfacht und etwa 350 Markthändler die Innenstadt beherrschen. Um alle Stände zu sehen, muss man sich auf eine Strecke von 2,5 Kilometer vorbereiten. Man sollte sich allerdings die tre små gummor nicht als Beispiel nehmen, die so lange miteinander stritten, dass sie den Markt letztendlich verpassten.

Anfang Juli lädt Nora zu den Noradagarna ein, die mit einer Antiquitäten und Sammlermesse auf offener Straße beginnt, mit einem Flohmarkt auf dem Marktplatz fortsetzt und wo man zwei Tage lang der Musik bekannter schwedischer Künstler lauschen kann.

Am ersten Wochenende im September öffnen die Künstler Moras ihre Ateliers allen interessierten Besuchern, die beim sogenannten Ljusstråket nicht nur die Werke der einzelnen Künstler aus der Nähe sehen können, sondern auch erfahren wie die Künstler arbeiten, welche Hilfsmittel sie verwenden und wie ihre Arbeitsstelle wirklich aussieht.

Nora ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt um die Bergwerke in Bergslagen zu entdecken, zu wandern, zu paddeln, auf Bibersafari zu gehen oder einfach im Norasee zu baden. Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass durch Nora auch der 30 Kilometer lange Weg der drei Seen geht und entlang des Usken, des Fåsjön und des Norasjön geht.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/09

Mjölby, die schwedische Stadt der Mühlen

In der Umgebung Mjölbys findet man mehrere Vorburgen, Runensteine, Grabfelder und Domarringe, was darauf schließen lässt, dass sich hier bereits sehr früh Menschen aufhielten und ansiedelten. Da hier jedoch weder wirklich bedeutende Schlachten stattfanden und die gesamte Umgebung nur für Landwirtschaft, Fischfang und Forstwirtschaft von Interesse war, gibt es kaum alten Aufzeichnungen, die uns etwas über die älteste Geschichte Mjölbys sagen könnten.

Mehr sagt jedoch der Name Mjölbys, denn im Altschwedischen hieß der Ort noch Mölloby, was soviel bedeutet „Ort der Mühlen“, was auch eine gewisse Logik ergibt, da die Svartån ideal für Mühlen war. Bekannt ist auch, dass im 18. Jahrhundert die Bauern aus der gesamten Umgebung nach Mjölby kamen um hier ihr Getreide mahlen zu lassen. Leider fielen im Jahre 1771 alle Mühlen, außer zweien, einem Großbrand zum Opfer. Bis 1828 waren dann bereits wieder elf Mühlen im Einsatz, was Mjölby eine gewisse Sonderrolle in der Umgebung gab. Als dann 1873 auch noch die Eisenbahn im Ort ankam, entwickelte sich Mjölby zu einer kleineren Stadt, die 1920 dann auch die Stadtrechte erhielt.

Die Geschichte der Wassermühlen ging jedoch 1920 zu Ende und eine einzige elektrische Mühle ersetzte danach alle noch vorhandenen Mühlen. Auch die moderne Mühle überlebte allerdings nur 90 Jahre und wurde 2010 stillgelegt. Das Wasser der Svartån wird jedoch innerhalb des Gemeindegebietes Mjölby heute von vier Wasserkraftwerken benutzt. Von den Mühlen sind allerdings nur noch wenige Spuren zu finden.

Nur wenige Grabfelder Schwedens sich so zentral gelegen wie jenes in Mjölby, da die Kungshögarna im Osten der Stadt liegen und sehr leicht zugänglich sind. In diesem Grabfeld aus der Eisenzeit kann man 125 historische Gräber entdecken, aber auch Domarringe, Bautasteine, Steinsetzungen und andere Monumente einer vergangenen Zeit. Die Grabkisten im Norden des Grabfeldes gehen sogar bis zum Ende der schwedischen Steinzeit zurück. Während der Dackefejden, dem Bauernaufstands unter Nils Dacke, kam es auf den Kungshögarna auch zu einer der Schlecht zwischen Bauernheer und königlichen Soldaten.

Ebenfalls einen Besuch wert ist der Mjölby hembygsgård, eine Museumsdorf mit 25 Gebäuden, die überwiegend aus dem 18. Jahrhundert kommen, wobei einige davon heute als Jugendherberge dienen. Das größte Gebäude, das ursprünglich eine Schnapsbrennerei war, ist heute das Museum Mjölbys, das insbesondere die industrielle Geschichte der Stadt erzählt.

Einige wenige Teile der Kirche in Mjölby reichen noch bis zum 12. Jahrhundert zurückgehen. Da diese Kirche jedoch bald zu klein war, wurde sie mehrmals ausgebaut, so dass sie ihr heutiges Aussehen erst Ende des 18. Jahrhunderts erhalten hat. Die Einrichtungen der alten Kirche wurden bei einem Brand im Jahre 1771 nahezu vollständig zerstört. Das Interessante der heutigen Kirche ist allerdings der Turm, der den Brand überlebt hat und daher noch die frühere Bauweise zeigt. Wer sich jedoch tiefer für historische Kirchenarchitektur interessiert, muss einige der umliegenden Dörfer besuchen.

Eines der typischen früheren Gebäudes Mjölbys, Skånska Lasses Hus, kann man leider nur von außen betrachten, ein typischer Holzbau des 19. Jahrhunderts in dem Skånska Lasse, ein ländlicher Komiker, von 1918 bis 1937 mit seiner Familie wohnte.

Drei Kilometer außerhalb von Mjölby findet man einen der erstaunlichsten Runensteinen Östergötlands, der in der Regeln in einem Zug mit dem Rökstenen genannt wird. Der Högbystenen war in der Kirche von Högby eingemauert und wurde bereits in den Gutalagen genannt. Der Högbystein mit einer Höhe von 3,45 Meter wurde zwischen 1010 und 1050 geschlagen, also dem Ende der Epoche der Wikinger.

Außerhalb von Mjölby findet man auch sieben Naturschutzschutzgebiete unter denen das Skogssjöområdet auch zu Fuß von Mjölby aus erreicht werden kann, was auch dazu führt, dass dies ein beliebter Ausflugsort für die Bewohner der Stadt ist. Auch wenn es sich um ein geschütztes Gebiet handelt, so findet man am Skogssjö auch Badeplätze und kann angeln.


Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/08

Vilhelmina, die schwedische Siedlung in Lappland

Vilhelmina, das im südsamischen Vualjere genannt wird, liegt in Västerbotten und ist für viele der Zugang zu Lappland, auch wenn der Ort selbst historisch gesehen sehr wenig mit echt samischer Kultur zu tun hat, da Vilhelmina einer der typischen Orte Nordschwedens ist, die gegen Steuervorteile und kostenlosen Grund von Schweden geschaffen wurden und das Ziel hatte Nordschweden im schwedischen Reich aufgehen zu lassen.

Wenn man daher auf der Suche nach der samischen Geschichte ist, so muss man außerhalb des Ortes suchen. Die Bedeutung Vilhelminas ist mehr die Geschichte Lapplands ab dem 16. Jahrhundert, als die schwedischen Könige dort Landwirtschaft benötigten, damit die Städte im Süden des Landes keinen Hunger leiden mussten. Gleichzeitig sollte dort ein Handelsort aufgebaut werden und die Sami in Schweden verwandelt werden, was sich auch durch die eingeführte Kirchpflicht für alle Bewohner dieser Region ausdrückte.

Vilhelmina, das am See Volgsjön und dem Fluss Ångermanälven liegt, ist, von der Fläche her gesehen, die größte Gemeinde im Västerbotten Län und seit seiner Entstehung ein Zentralort des südlichen Lappland. Bis 1799 hieß der Ort nach seiner Lage am See noch Volgsjö, wurde dann jedoch von Gustav IV. Adolf nach seiner Frau Fredrika Dorotea Vilhelmina von Baden umgetauft, gleichzeitig mit zwei anderen Orten, die ebenfalls den Namen der Königin tragen.

Das heutige Vilhelmina bestand Mitte des 19. Jahrhunderts aus mehreren sehr weit auseinanderliegenden landwirtschaftlichen Gütern, einer Kapelle, die heute nicht mehr besteht, und einem Kirchdorf, das von den schwedischen Siedlern an den Tagen benutzt wurde als sie gesetzlich zum Kirchgang verpflichtet waren. Die Regionalregierung entschied jedoch 1916, dass das Kirchdorf in eine Kirchstadt umbenannt wurde, damit die Regeln zum Brandschutz auch dort in Kraft traten, was jedoch den Großbrand im Jahre 1921 nicht verhindern konnte.

Die unter Denkmalschutz stehende Kyrkstaden in Vilhelmina ist heute der größte Anziehungspunkt des Ortes und nimmt in mehreren Hinsichten eine Sonderstellung innerhalb der erhaltenen schwedischen Kirchstädte ein, nicht zuletzt auch deshalb, weil man hier ein lebendes Museum geschaffen hat und dort selbst samische Kunst verkauft wird, auch wenn dies mehr aus touristischem als historischem Interesse geschieht, da der samische Markt in Fatmomakke lag und nicht in Vilhelmina.

Auch wenn die heutige Kirche von Vilhelmina, von der aus man über eine herrliche Aussicht verfügt, erst 1840 gebaut wurde und das Gebäude als solches über keinen besonderen Baustil verfügt, so findet man in ihrem Inneren Malereien und Holzskulpturen der schwedischen Künstler Markus Jonson Blomqvist und Gustav Torham aus Åsele, deren Werke man in mehreren Kirchen der Region findet.

Im Museum Vilhelmina entdeckt man nicht nur die Geschichte des Ortes und seiner Umgebung, sondern auch einige archäologische Funde aus der Umgebung, die dabei helfen die Geschichte des südlichen Lappland besser zu verstehen, auch wenn die Erklärungen im Museum etwas aufgearbeitet werden müssten.

Oberhalb des Kyrkberget wurden zwei samische Koten aufgebaut, die dem Besucher einen Einblick über die Bauweise der samischen Wohnungen näher bringen. Obwohl diese Koten nie von Sami bewohnt waren, so helfen sie bedeutend der samischen Kultur Lapplands näher zu kommen.

Wer seinen Urlaub oder einige Tage in Vilhelmina verbringt, ist natürlich nicht nur am Ort selbst interessiert, dessen Reichtum man innerhalb von 24 Stunden in jeder Hinsicht erforscht hat, sondern man will auch die Natur Lapplands und die Umgebung erkunden. Einer der bedeutendsten Ausflugsstellen sollte Fatmomakke sein, das samische Zentrum der Umgebung. Die dortige Kirchstadt Fatmomakke wurde ab Ende des 18. Jahrhunderts von den Sami verwendet und erst nachträglich schlossen sich auch Siedler an, wobei man hierbei nicht vergessen darf, dass die beiden Gruppen enge Kontakte, außer zum Handel und in der Kirche, weitgehend vermieden haben.

Eines der ältesten Güter eines schwedischen Siedlers, das heute als Rekonstruktion zu besichtigen ist, liegt knapp 100 Kilometer von Vilhelmina entfernt. Pålssons Stuga in Marsliden wurde 1856 von Lars Pålsson gebaut und erhielt 1937 vom Schriftsteller Bernard Nordh  in seinem Buch I marsfjällets skugga eine Art literarisches Denkmal, da dieser das Leben der Siedler dieser Epoche beschreibt.

In seinem Originalzustand aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Norgefarargården in Klimpfjäll, der ursprünglich als Rastplatz für alle Händler diente, die nach Norwegen aufbrachen um dort Handel zu betreiben und eine herrliche Aussicht auf den Kultsjön mit seinem Fischreichtum bietet.

Vilhelmina bietet sich auch für zahlreiche Sommer- und Wintersportarten an, da sich die Umgebung sowohl für Mountainbike und Kanu anbietet als auch für jede Art von Wintersport.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/07

Örnsköldsvik, die schwedische Stadt des Abenteuers

Örnsköldsvik, die größte Stadt im Ångermanland wurde bereits zur Bronzezeit besiedelt, wobei die über 7000 Grabhügel der Umgebung auch beweisen, dass diese Region Schwedens sehr früh zu einem Handelsort wurde, auch wenn man hierüber nicht sehr viel weiß. In diesem Zusammenhang darf man natürlich auch nicht vergessen, dass sich zwischen Härnösand und Örnsköldsvik die Landhebung Schwedens am deutlichsten bemerkbar machte, was letztendlich auch dazu führte, dass man hier eines der Weltkulturerbe Schwedens findet, nämlich die Höga Kusten, die Hohe Küste.

Auch wenn das Wort Örn als Adler übersetzt wird und man in Örnsköldsvik einen Adler als Stadtsymbol findet, so ist dies natürlich mehr eine touristische Erfindung, denn die Stadt wurde nach dem Regionalpolitiker Per Abraham Örnsköld benannt und ist damit eine der wenigen Städte Schwedens, die nach einer bürgerlichen Person benannt wurden.

Blick auf die Skisprungschanze in Örnsköldsvik

Örnsköldsvik ist vor allem als Stadt des Sports bekannt, wobei man selbst bei der Durchfahrt die Skischanze sieht, die geradezu zum Symbol der Stadt wurde, und Örnsköldsvik ist natürlich die letzte Stadt der Höga Kusten, die geradezu unbegrenzte Möglichkeiten für Naturliebhaber jeder Art bietet. Viele, die nach Örnsköldvik kommen benutzen die Stadt als solches nur um hier zu schlafen und um einzukaufen, obwohl Örnsköldsvik weitaus mehr zu bieten hat.

Um mehr über die Vergangenheit Örnsköldsviks zu erfahren, bietet sich ein Besuch des städtischen Museums an, dem auch eine Kunsthalle mit wechselnden Ausstellungen angeschlossen ist, denn hier kann man nicht nur übliche Ausstellungsgegenstände mit entsprechenden Erklärungen finden, sondern im Filmraum auch alle Dokumentationen über Örnsköldsvik betrachten.

Eine Erlebnis besonderer Art bietet das kleine Hans Hedberg Museum in Örnsköldsvik, wo man die glasierten Keramikfrüchte des im Jahre 2007 verstorbenen Künstlers Hans Hedberg sehen kann, Werke, die insbesondere in Frankreich einen großen Erfolg hatten.

In der Stadt Örnsköldsvik selbst findet man schließlich noch das Paradiset, eines der größten Hallenbäder Nordeuropas mit allem, was man sich in einem Abenteuerbad nur wünschen kann, wobei man im Paradisbadet auch die längste Wasserrutschbahn Europas findet, die je in einer Halle aufgebaut wurde.

Mitten in Örnsköldsvik liegt auch der sogenannte Varvsberget mit seinen Sportanlagen, dessen Spitze man mit der Seilbahn oder auch zu Fuß erreichen kann um eine unvergessliche Aussicht zu finden. Auf dem 125 Meter hohen Varvsberget beginnt auch der Wanderpfad Höga Kusten (Höga Kustenleden) und das Hörnsjöns Naturreservat.

Wer eine längere Wanderung in Örnsköldsvik beginnen will, kann den Höga Kustenleden wählen, der in 13 Etappen durch das Weltkulturerbe und den Nationalpark Skuleskogen führt oder, alternativ, den Arnäsleden mit seinen 70 Kilometern, die in acht Etappen aufgeteilt sind und selbst für Kinder geeignet ist. Hier kommt man an den typischen Scheunen des Ångermanland vorbei, an den Räckebergsgrotten und an Badeplätzen, die sich für eine Rast und ein Picknick eignen.

Wer Örnsköldsvik als Basis nimmt, darf auf keinen Fall vergessen einen Ausflug nach der beiden Inseln Ulvön einzuplanen, einer Doppel-Insel, die Teil der Schären ist, die sich direkt vor der Stadt erstrecken. Norra und Södra Ulvön, die als das Herz der Höga Kusten bezeichnet werden, sind vor allem durch den Surströmming bekannt, der noch heute dort eingemacht wird und zu den bedeutendsten Delikatessen Schwedens zählt. Auf Ulvön findet man auch die Ulvö Gamla Kapell von 1622, die älteste noch erhaltene Holzkirche des Ångermanland mit sehr gut erhaltenen Wandmalereien. Allerdings kann diese Kapelle nur im Sommer von innen besichtigt werden.

Die Ausflugsmöglichkeiten von Örnsköldsvik sind nahezu unbegrenzt, egal ob man mit einem Fahrzeug, dem Kanu oder zu Fuß unterwegs ist. Unter den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung sind die Skallbergsgrottorna zu nennen unter denen einige von Jedermann zu besichtigen sind, sollte man den Helm und die Taschenlampe nicht vergessen haben. Die Mehrheit der Grotten sind allerdings für Hobbyabenteurer nicht geeignet.

Andere Ausflugsmöglichkeiten können das Surströmmingsmuseum, dem ein Bootsmuseum angeschlossen ist, in Skeppsmaln sein, das Brynge Kulturområde mit seinem Kraftwerk und der industriellen Geschichte des Ångermanland, die Själevads Kyrka, die vor einigen Jahren zur schönsten Kirche Schwedens gewählt wurde, oder auch die Gammelgården in Myckelgensjö mit seinen 28 Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert und dem Bauernhof der gleichen Epoche. Für jene, die sich für Geschichte interessieren kann auch Genesmon im Ort Gene von großem Interesse sein, die Rekonstruktion eines Dorfes aus der römischen Eisenzeit, gebaut nach der nahen Fundstelle, die in den 60er Jahren erstmals untersucht wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/06

Växjö, die grünste Stadt Europas

Da sich in Växjö im Mittelalter die verschiedenen Wege aus allen Richtungen trafen, bezeichnete sich die Stadt in modernerer Zeit als die Stadt an der alle Wege zusammenführen, zumindest bis zu jenem Tag, als BBC den Ort im Småland als die grünste Stadt Europas bezeichnete, was vielleicht nicht ganz genau stimmt, aber der Wahrheit dennoch ziemlich nahe kommt, da Växjö eine der umweltbewusstesten Städte Schwedens ist und über viel Grün und eine sehr gute Luft verfügt.

Zu welcher Zeit Växjö erstmals besiedelt wurde, ist nichts bekannt. Sicher ist jedoch, dass an seiner Stelle bereits im Jahr 1000 einige Häuser standen, zumal die Sigfridslegende erzählt, dass der englische Missionar Sigfrid der erste war, der Schweden missionierte und sich entschied in Växjö die erste Bischofskirche des Landes zu bauen. Vermutlich führte diese Legende auch dazu, dass der damals sehr kleine Ort Växjö im Jahre 1170 Bischofssitz wurde und sich damit zu einem Zentrum für Pilger entwickelte. Als der Ort dann am 13. Februar 1342 von Magnus Eriksson die Stadtprivilegien verliehen bekam, so geschah dies wiederum ausschließlich dafür um dem Bischof, der Växjö vollkommen beherrschte, den Handel zu ermöglichen.

Das Theater in Växjö von 1849, das zweitälteste Landestheater Schwedens

Durch die Grenzlage zu Dänemark wuchs Växjö auch in den kommenden Jahrhunderten nur unbedeutend und selbst als die Industrialisierung im 19. Jahrhundert über ganz Schweden zog, lag die gesamte Stadt Växjö noch immer innerhalb der im Mittelalter geschaffenen Grenzen. In einer Reichstagsdebatte gegen 1890 wurde Växjö sogar noch als die dunkelste Stadt Smålands bezeichnet. Allerdings hat sich die Einwohnerzahl während der letzten 50 Jahre nun verdreifacht und man zählt heute nahezu 61.000 Einwohner.

Unter den Bauten der Stadt gilt die Schlossruine Kronoberg am Rande Växjös als Symbol der mittelalterlichen Macht, die erst als Bischofsburg, dann unter Nils Dacke und schließlich noch unter Gustav Vasa eine wichtige Rolle spielte, aber nach dem Frieden von Roskilde dem Verfall überlassen wurde.

Die Domkirche Växjös ist ebenfalls mit dem Heiligen Sigfrid (im Deutschen oft Siegfried geschrieben) verbunden, dessen Heiligenschrein sich bis zum 17. Jahrhundert in der Kirche befand. Vom ursprünglichen Dom ist allerdings nur noch der romanische Westturm vom 12. Jahrhundert erhalten. Das heutige Aussehen erhielt die Domkyrkan erst im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Bedeutung Växjös als katholische Hochburg des Mittelalter kann man auch an einigen Kirchen etwas außerhalb der Stadt entdecken, denn die Verteidigungskirche Bergunda hat ein Taufbecken des 12. Jahrhunderts und wird erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen genannt, die Hemmesjö Kyrka wurde bereits 1175 gebaut und die Ör-Ormesberga Kirche ersetzte im 17. Jahrhundert eine frühere Holzkirche, die ebenfalls bereits im Mittelalter erbaut wurde.

Unter den Museen Växjös ist vor allem das Smålands Museum zu nennen, das älteste Regionalmuseum Schwedens, das an Hand von Funden und anderen Ausstellungsgegenständen die Geschichte der Umgebung Växjös vom Ende der Eiszeit bis heute schildert, aber auch temporäre Ausstellungen zur Regionalgeschichte bietet.

Einen Besuch ist auch das Glasmuseum wert, das an Hand von verschiedensten Objekten die Geschichte der Glasherstellung und der Glaskunst Schwedens erzählt. Das älteste Glas der Sammlung stammt vom Jahre 1580. Ergänzt wird diese Ausstellung von Studioglas, das künstlerische Arbeiten von rund 70 schwedischen Künstlern nach dem Jahre 1968 präsentiert.

Ein besonderes Museum ist auch Psykiatrihistoriska Museet, das das Gesundheitswesen vom Mittelalter bis heute beleuchtet und dabei die frühe Psychiatrie mit einschließt, aber auch die sozialen Aspekte des Krankenhauswesens Schwedens der letzten Jahrhunderte erklärt.

Växjö hat auch im Straßenmilieu eine Attraktion zu bieten, denn entlang der Sandgärdsgatan haben acht Künstler der Glashütte Kosta Boda Glaskunst geschaffen, die dem Straßenzug einen besonderen und einmaligen Charakter verleiht.

Wer die grüne Stadt Växjö sucht, findet nicht weniger als 22 Naturschutzgebiete in und um die Stadt, die zum Wandern einladen und dabei dem Besucher die Natur Smålands näher bringen. Hinzu kommt noch die Anlage Linnéparken (Linné-Park), die in drei Teile aufgeteilt ist und eine Verbindung zum Växjösjön ist, einem See, der mitten in die Stadt hineinragt.

Etwa fünf Kilometer außerhalb des Zentrums von Växjö findet man das Schloss Teleborg aus dem 18. Jahrhundert mit einem beeindruckenden Schlosspark. Allerdings ist das Schloss selbst ein Hotel und kann nicht besichtigt werden. Der Schlosspark ist an gewissen Tagen im Jahr auch der Allgemeinheit zugänglich, wobei dort auch regelmäßig musikalische Veranstaltungen organisiert werden. Das daneben liegende Naturschutzgebiet kann jedoch von allen besucht werden.

Mit der Bevölkerungszunahme Växjös wurde Mitte des 20. Jahrhunderts auch der Ruf nach einer Universität laut, was 1967 dazu führte, dass hier eine Zweigstelle der Universität Lund eingerichtet wurde, was jedoch die Stadt nicht befriedigte. Bereits 1999 wurde daher die Universität Växjö gegründet, die selbstständig jedoch nur einen sehr kurzen Bestand hatte, da sich bereits ein Jahr später die Universitäten Växjö und Kalmar zur Linnéuniversität zusammenschlossen, zu denen sich Zweigstellen in Hultsfred, Ljungby und Nybro gesellten.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/05

Marstrand, der Freihafen des 18. Jahrhunderts

Auch wenn die Felsgruben in Marstrand, ein Sonntagsziel der Bewohner Göteborgs, davon zeugen, dass die Insel als solches von der Eiszeit geschaffen wurde, dort zahlreichen Zeichen zu finden sind, die belegen, dass während der Steinzeit die ersten Menschen die Insel betraten und ein Opferstein auf den höheren Stellen von einer vorchristlichen Vergangenheit erzählt, so gehen die ältesten Berichte über Marstrand nur bis zum 12. Jahrhundert zurück, als dort ein Kloster der Franziskaner gegründet wurde, von dem allerdings keine Spuren mehr erhalten sind. Die Geschichte Marstrands sollte allerdings dennoch mehrere Jahrhunderte eine Sonderrolle in der schwedischen Geschichte einnehmen.

Vermutlich war Marstrand bereits lange von Händlern und Fischern bewohnt bevor die Insel durch die Besetzung des norwegischen Königs Håkan Håkonsson im 13. Jahrhundert einen offiziellen Status bekam und sich eine Art norwegische Handelskolonie dort entwickelte. Noch im gleichen Jahrhundert verschwand die Holzkirche des Klosters und man begann die heutige Marstrand Kirche zu bauen, deren ältesten Teile bis zum Jahr 1270 zurückreichen, auch wenn sie das gegenwärtige Aussehen erst Ende des 17. Jahrhundert erhielt und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nochmals Änderungen erfuhr.

Festung Carlsten auf Marstrand

Eine Besonderheit Marstrands war, dass die Insel im Jahre 1775 zum Freihafen ernannt wurde, da dies bedeutete, dass dort Religionsfreiheit herrschte, das Einwandern möglich war, keine Gilde existierte und selbst Verbrecher unangetastet blieben, unter der Voraussetzung, dass sie ihre Taten den Behörden meldeten. In dieser Zeit besiedelte sich Marstrand vor allem mit Juden, die um jene Zeit noch in ganz Schweden verfolgt wurden. So entstand auch die erste Synagoge Schwedens auf Marstrand.

Wann Marstrand, das aus einer größeren bewohnten Insel und einem mit dem Festland verbundenen Vorsprung besteht, seine ersten Stadtprivilegien bekam, ist unbekannt. Die ältesten überlieferten Stadtrechte wurden jedoch 1442 ausgestellt und sollten 1971 damit enden, dass Marstrand Teil der Gemeinde Kungälv wurde.

Der bedeutendste Anziehungspunkt Marstrands ist die Carlstens Fästning (Festung Carlsten), die die Insel von allen Seiten dominiert, ihren Vorläufer mit dem Frieden von Roskilde im Jahre 1658 bekam und nicht nur ein touristischer Magnet ist, sondern auch über eine sehr interessante Geschichte verfügt.

Wer heute mit der Fähre auf die Marstrandsön kommt, kann sich, auf Grund der typischen Holzhäuser, zwar einen Fischerort vorstellen, aber kaum die Stadt, die Marstrand Ende des 18. Jahrhunderts war, als hier etwa 1500 Personen lebten und ihren Tätigkeiten nachgingen. Allerdings währte diese Epoche nur kurz, denn schon einige Jahrzehnte später war  Marstrand die kleinste Stadt im Bohuslän geworden.

Wer Marstrand besucht, sollte allerdings nicht nur die Carlstens Fästning besuchen, sondern auch einen Spaziergang rund um die Insel machen, da man hier an den Aushöhlungen der Eiszeit vorbeikommt, die alten Schmugglergrotten entdecken kann, am Teich der seltenen Seerosen vorbeikommt, durch die Felsenformation „Nadelöhr“ klettert und auch einen kleinen Abstecher zum Skallens Fyr, dem Leuchtturm der Insel machen kann, von wo aus man das aktive Seeleben vor Marstrand bewundern kann, die Stelle, wo sich Kattegat und Skagerrak treffen.

Marstrand gehört mit zu den ersten Badeorten Schwedens und wurde unter König Oscar II. zur Sommerhauptstadt Schwedens, da der König zwischen 1887 und 1907 seinen Urlaub jedes Jahr auf Marstrand verbrachte und damit auch eine sehr große Menge an Touristen anzog. Heute sind nur noch wenige Zeichen dieser Glanzepoche vorhanden, auch wenn die Insel später mit seinem nach Geschlechtern getrennten Nacktbadestrand wieder einen gewissen Ruf erlangte, obwohl viele Inselbewohner den FKK-Strand mehr als Sündenbabel ansahen als als eine Besonderheit der Insel.

Marstrand ist aber auch wegen seinen Segelregatten wie Marstrandsregattan oder Match Cup Sweden bekannt, die hier ihren Ausgangspunkt haben, sowie für den Gasthafen und die Ausflüge, die man mit Meereskajaks unternehmen kann.

Copyright: Herbert Kårlin