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2012/10/06

Växjö, die grünste Stadt Europas

Da sich in Växjö im Mittelalter die verschiedenen Wege aus allen Richtungen trafen, bezeichnete sich die Stadt in modernerer Zeit als die Stadt an der alle Wege zusammenführen, zumindest bis zu jenem Tag, als BBC den Ort im Småland als die grünste Stadt Europas bezeichnete, was vielleicht nicht ganz genau stimmt, aber der Wahrheit dennoch ziemlich nahe kommt, da Växjö eine der umweltbewusstesten Städte Schwedens ist und über viel Grün und eine sehr gute Luft verfügt.

Zu welcher Zeit Växjö erstmals besiedelt wurde, ist nichts bekannt. Sicher ist jedoch, dass an seiner Stelle bereits im Jahr 1000 einige Häuser standen, zumal die Sigfridslegende erzählt, dass der englische Missionar Sigfrid der erste war, der Schweden missionierte und sich entschied in Växjö die erste Bischofskirche des Landes zu bauen. Vermutlich führte diese Legende auch dazu, dass der damals sehr kleine Ort Växjö im Jahre 1170 Bischofssitz wurde und sich damit zu einem Zentrum für Pilger entwickelte. Als der Ort dann am 13. Februar 1342 von Magnus Eriksson die Stadtprivilegien verliehen bekam, so geschah dies wiederum ausschließlich dafür um dem Bischof, der Växjö vollkommen beherrschte, den Handel zu ermöglichen.

Das Theater in Växjö von 1849, das zweitälteste Landestheater Schwedens

Durch die Grenzlage zu Dänemark wuchs Växjö auch in den kommenden Jahrhunderten nur unbedeutend und selbst als die Industrialisierung im 19. Jahrhundert über ganz Schweden zog, lag die gesamte Stadt Växjö noch immer innerhalb der im Mittelalter geschaffenen Grenzen. In einer Reichstagsdebatte gegen 1890 wurde Växjö sogar noch als die dunkelste Stadt Smålands bezeichnet. Allerdings hat sich die Einwohnerzahl während der letzten 50 Jahre nun verdreifacht und man zählt heute nahezu 61.000 Einwohner.

Unter den Bauten der Stadt gilt die Schlossruine Kronoberg am Rande Växjös als Symbol der mittelalterlichen Macht, die erst als Bischofsburg, dann unter Nils Dacke und schließlich noch unter Gustav Vasa eine wichtige Rolle spielte, aber nach dem Frieden von Roskilde dem Verfall überlassen wurde.

Die Domkirche Växjös ist ebenfalls mit dem Heiligen Sigfrid (im Deutschen oft Siegfried geschrieben) verbunden, dessen Heiligenschrein sich bis zum 17. Jahrhundert in der Kirche befand. Vom ursprünglichen Dom ist allerdings nur noch der romanische Westturm vom 12. Jahrhundert erhalten. Das heutige Aussehen erhielt die Domkyrkan erst im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Bedeutung Växjös als katholische Hochburg des Mittelalter kann man auch an einigen Kirchen etwas außerhalb der Stadt entdecken, denn die Verteidigungskirche Bergunda hat ein Taufbecken des 12. Jahrhunderts und wird erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen genannt, die Hemmesjö Kyrka wurde bereits 1175 gebaut und die Ör-Ormesberga Kirche ersetzte im 17. Jahrhundert eine frühere Holzkirche, die ebenfalls bereits im Mittelalter erbaut wurde.

Unter den Museen Växjös ist vor allem das Smålands Museum zu nennen, das älteste Regionalmuseum Schwedens, das an Hand von Funden und anderen Ausstellungsgegenständen die Geschichte der Umgebung Växjös vom Ende der Eiszeit bis heute schildert, aber auch temporäre Ausstellungen zur Regionalgeschichte bietet.

Einen Besuch ist auch das Glasmuseum wert, das an Hand von verschiedensten Objekten die Geschichte der Glasherstellung und der Glaskunst Schwedens erzählt. Das älteste Glas der Sammlung stammt vom Jahre 1580. Ergänzt wird diese Ausstellung von Studioglas, das künstlerische Arbeiten von rund 70 schwedischen Künstlern nach dem Jahre 1968 präsentiert.

Ein besonderes Museum ist auch Psykiatrihistoriska Museet, das das Gesundheitswesen vom Mittelalter bis heute beleuchtet und dabei die frühe Psychiatrie mit einschließt, aber auch die sozialen Aspekte des Krankenhauswesens Schwedens der letzten Jahrhunderte erklärt.

Växjö hat auch im Straßenmilieu eine Attraktion zu bieten, denn entlang der Sandgärdsgatan haben acht Künstler der Glashütte Kosta Boda Glaskunst geschaffen, die dem Straßenzug einen besonderen und einmaligen Charakter verleiht.

Wer die grüne Stadt Växjö sucht, findet nicht weniger als 22 Naturschutzgebiete in und um die Stadt, die zum Wandern einladen und dabei dem Besucher die Natur Smålands näher bringen. Hinzu kommt noch die Anlage Linnéparken (Linné-Park), die in drei Teile aufgeteilt ist und eine Verbindung zum Växjösjön ist, einem See, der mitten in die Stadt hineinragt.

Etwa fünf Kilometer außerhalb des Zentrums von Växjö findet man das Schloss Teleborg aus dem 18. Jahrhundert mit einem beeindruckenden Schlosspark. Allerdings ist das Schloss selbst ein Hotel und kann nicht besichtigt werden. Der Schlosspark ist an gewissen Tagen im Jahr auch der Allgemeinheit zugänglich, wobei dort auch regelmäßig musikalische Veranstaltungen organisiert werden. Das daneben liegende Naturschutzgebiet kann jedoch von allen besucht werden.

Mit der Bevölkerungszunahme Växjös wurde Mitte des 20. Jahrhunderts auch der Ruf nach einer Universität laut, was 1967 dazu führte, dass hier eine Zweigstelle der Universität Lund eingerichtet wurde, was jedoch die Stadt nicht befriedigte. Bereits 1999 wurde daher die Universität Växjö gegründet, die selbstständig jedoch nur einen sehr kurzen Bestand hatte, da sich bereits ein Jahr später die Universitäten Växjö und Kalmar zur Linnéuniversität zusammenschlossen, zu denen sich Zweigstellen in Hultsfred, Ljungby und Nybro gesellten.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/09/28

Skellefteå, die schwedische Stadt des Goldes

Skellefteå, das 1327 noch Skelepht hieß und, wie zahlreiche Funde beweisen, bereits 6000 vor Christus bewohnt war, ist ein Zeuge davon, dass man bereits vor 5200 Jahren die Vorläufer der heutigen Skis kannte, denn hier wurden die sogenannten Kalvträskskidor gefunden, die ältesten Skis, die je irgendwo entdeckt wurden und heute im Västerbotten Museum zu betrachten sind.

Seinen Beinahmen „Stadt des Goldes“ erhielt Skellefteå nach den enormen Mineralfunden in der näheren Umgebung, die weltweit zu den mineralreichsten überhaupt gehören. In Skellefteå gewinnt man etwa zwei Drittel allen Goldes, das in Schweden dem Gestein entnommen werden kann, auch wenn in den Bergwerken bei Skellefteå überwiegend Kupfer und Zink gewonnen wird und daher Gold, Silber und Blei nur zu den Randprodukten gehören.

Skellefteå entstand bereits im 13. Jahrhundert, entwickelte sich durch den wachsenden Holzhandel und den Bergbau jedoch erst zwischen 1730 und 1862. Obwohl sich der Ort ab diesem Zeitpunkt deutlich in eine Stadt verwandelte und 1845 auch die Stadtprivilegien erhalten hatte, behielt der Ort seinen ländlichen Charakter noch bis zu Beginn der 50er Jahre. Wie in so so vielen anderen Städten Schwedens wollte man jedoch in der Nachkriegszeit zu einer modernen Stadt finden, was dazu führte, dass in den 60er und 70er Jahren nahezu alle historischen Bauten Skellefteås abgerissen wurden und eine moderne Industriestadt entstand. Ein sehr typisches Beispiel des modernen Skellefteå ist der Stadtteil Sjungande Dalen.

Einer der größten Anziehungspunkte Skellefteås ist vermutlich Bonnstan, wie die Kirchstadt des Ortes genannt wird, deren Existenz bis ins 17. Jahrhundert verfolgt werden kann. In der Bonnstan findet man rund 150 Gebäude unter denen einige 150 Jahre alt sind. Die Kirchstadt ist das Zentrum zu Mittsommer und bietet im Laufe des Sommers mehrere Veranstaltungen, die in der Regel sehr gut besucht sind und selbst zu Gedränge führen.

Einen weiteren Besuch ist natürlich das Västerbottens Museum wert, das sich im Gebiet Nordanå, einem Stadtpark, befindet und dem Besucher die gesamte Geschichte der Stadt näher bringt. Auf der anderen Seite des Parks  liegt der Lanthandel Nordanå, ein Mini-Museumsdorf mit Gebäuden, die bis 1867 zurückverfolgt werden können und die alten schwedischen Tante-Emma-Läden in ihrem ursprünglichen Gewandt zeigen.

Wer sich für ältere Gebäude und das frühere Leben in Schweden interessiert, sollte auch das Burträsk hembygdsområde nicht vergessen, wo man seit 1962 einen typischen Großbauernhof der Umgebung mit seinen Wandmalereien und Sammlungen der Bauernepoche der Umgebung in natürlicher Atmosphäre entdecken kann.

Nicht weit vom Zentrum Skellefteås entfernt kann man den Skellefteälven auf der ältesten noch erhaltenen Holzbrücke überschreiten, wo es am 15. Mai 1809 zur Schlacht an der Lejonströmsbron kam, wo sich das russische und das schwedische Heer gegenüberstanden, allerdings die Schweden verloren haben.

Sehenswert ist in Skellefteå auch die Landsförsammlings Kyrka, die größte Landskyrka Schwedens. Auch wenn das Äußere der neoklassischen Kirche bereits beeindruckend ist, so findet man die wahren Schätze im Inneren, denn die Sakristei ist noch von 1507 und die Skelleftemadonnan aus Holz kommt sogar vom 12. Jahrhundert.

Dass sich Skellefteå, allein schon von der Lage her, für Ausflüge jeder Art in die Natur Nordschwedens anbietet, ist eine Selbstverständlichkeit, wobei allerdings selbst die Naturliebhaber des Nordens, die den Ort nur als Übernachtungsstelle sehen, einen Tag für die Stadt widmen sollen, denn ohne die Entwicklung von Städten wie Skellefteå könnte man heute Nordschweden nicht auf die gleiche einfache Weise entdecken, die jedem Reisenden selbstverständlich ist.

Da Skellefteå über keine eigene Universität verfügt, stellt sie ihren Studenten gleich zwei davon zur Verfügung, denn sowohl Umeå als auch Luleå haben Fakultäten nach Skellefteå ausgelagert. Die Schwerpunkte sind dabei soziale Studien, Holz, Strom und Computergrafik sowie das Programmieren von Spielen, ein Bereich, in dem Schweden mittlerweile führend ist.

Mitte Juli kann man in der Stadt jedes Jahr ein Festival besonderer Art erleben, das sich Trästockfestivalen nennt und nächstes Mal vom 18. bis zum 20. Juli 2013 stattfindet. Nicht nur, dass es sich dabei um das größte kostenlose Musikfestival Schwedens handelt und rund 30.000 Zuschauer anzieht, das Besondere ist auch, dass während der drei Tage auf allen vier Bühnen Nachwuchskünstler aus der Region und weltbekannte Musiker in gemischter Folge auftreten.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/09/26

Kalmar, der Schlüssel Schwedens

Kalmar gehört mit zu den ältesten Städten Schwedens und hatte bereits zur Zeit der Wikinger eine gewisse Bedeutung als Handelszentrum, auch wenn Kalmar, das im Mittelalter als der Schlüssel Schwedens bezeichnet wurde, mehr wegen der nahen Kämpfe zwischen Dänemark und Schweden und der Kalmarer Union bekannt wurde, als hier ein wichtiger Teil der Geschichte Schwedens geschrieben wurde.

Diese Grenzsituation zu Dänemark, verbunden mit der Bedeutung Kalmars ab dem 12. Jahrhundert, führte auch dazu, dass Kalmar relativ früh befestigt wurde, die ältesten Teile des Schlosses bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts zurückreicht und Kalmar über einen Stadtteil verfügt, der teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Renaissance-Schloss in Kalmar

Wer heute Kalmar besucht, auch ohne sich tiefer für die Geschichte der Stadt zu interessieren, findet im Grunde zwei historische Gebiete, die beide in die Ostsee hineinragen und früher sehr schwer zugänglich waren. Zum einen handelt es sich dabei um das Schloss Kalmar, das man über die Gamla Stan (Altstadt) erreichen kann. In diesem Schloss wurden einige der wichtigsten Verträge geschlossen, was jedoch den langsamen Verfall nach dem Frieden von Roskilde kaum aufhalten konnte, hätte nicht Oscar I. sich Mitte des 19. Jahrhunderts entschieden das gesamte Schloss zu restaurieren und ihm das heutige Aussehen zu geben.

Die sogenannte Altstadt Kalmars, die Gamla Stan war das ursprüngliche Zentrum der Stadt, das jedoch bei einem Großbrand im Jahre 1640 nahezu vollständig zerstört wurde. Da dieser Teil der Stadt anschließend nach Kvarnholmen verlegt wurde, nutzten die Bürger Kalmars die unbebaute Fläche um dort ihre Sommerhäuser zu bauen, eine Struktur, die bis heute erhalten geblieben ist und gewissermaßen zu einer Museumsstadt innerhalb der Stadt wurde.

Der zweite wichtige historische Teil Kalmars ist der Stadtteil Kvarnholmen, der heute durch mehrere Straßen mit dem Festland verbunden ist. Dieser Stadtteil entstand nach dem Großbrand im Jahre 1640 und verfügt noch über Teile der Befestigungsmauern und die ältesten Gebäude der Stadt, unter anderem die Domkirche, die 1682 eingeweiht wurde und ein Zeichen des schwedischen Großmachtdenkens jener Epoche ist. Im Inneren der Domkirche findet man zahlreiche Gegenstände aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Auf Kvarnholmen findet man auch das Kalmar Läns Museum, das außer den wechselnden Ausstellung eine Reise zum Kriegsschiff Kronan bietet, einem der mächtigsten schwedischen Schiffe des 17. Jahrhunderts, das 1676 vor Öland explodierte und sank, jedoch 1980 mit über 30.000 Fundstücken geborgen werden konnte. Die zweite Dauerausstellung ist Jenny Nyström gewidmet, dem Mädchen aus Kalmar, das einst nach Paris reiste und später einige der bekanntesten Volksillustrationen schuf, unter anderem den freundlichen Weihnachtsmann.

Aber Kvarnholmen ist auch wegen seiner gesamten architektonischen Schönheit zu besuchen, da hier die schwedische Abreißwut der 60er und der 70er Jahre kaum einen Einfluss hatte, was dazu führte, dass Kvarnholmen der schwedische Stadtteil ist, der heute über die meisten denkmalgeschützten Gebäude Schwedens verfügt und nicht nur Architekten einen Blick in die vergangenen Bau- und Wohnweisen erlaubt.

Eine Besonderheit Kalmars ist auch das letzte noch erhaltene Klapp- och Tvätthus, die öffentliche Wäscherei der Stadt, die seit dem 15. April 1857 von der Allgemeinheit benutzt werden kann um dort Wäsche und Teppiche zu waschen. Noch heute trifft man hier immer wieder einmal jemanden, der die frühere Waschmethode zu schätzen weiss.

Eine der modernsten Sehenswürdigkeiten Kalmars ist die Ölandsbrücke, die es Reisenden möglich macht nördlich der Stadt auf einfachste Weise nach Öland zu kommen und Besuchern der Stadt eine interessante Ausflugsstelle für einen Tag bietet. Als die Ölandsbron im Jahre 1972 eröffnet wurde, war sie mit ihren 6072 Metern die längste Brücke Europas.

Das Kunstmuseum Kalmars, das nach starkem Protest der Bevölkerung im Jahre 2008 ein modernes Gebäude im Stadtpark erhielt, hat  sich auf moderne Kunst und Regionalkunst spezialisiert. Allerdings wurde das Gebäude bekannter als der Inhalt des Museums als es noch 2008 den Kasper Salin Preis erhielt, den begehrtesten Architekturpreis Schwedens.

Die frühere Hochschule von Kalmar wurde 2010 mit der Hochschule in Vaxjö zusammen gelegt und damit zur Linnéuniversitetet, der sich Hultsfred mit seiner Musikausbildung und Nybro mit einer Designausbildung zusätzliche anschlossen. Der Schwerpunkt der Universität Kalmar liegt bei Ökologie, Biologie und Chemie, während Växjö sich auf Geisteswissenschaften und Wirtschaft spezialisierte.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/09/20

Umeå, die nordschwedische Stadt der Birken

Umeå, die Stadt am Umeälven, ist nicht nur die am dichtest besiedelte Stadt im Norrland, sondern auch die Stadt in Nordschweden, die am schnellsten wächst, denn die Einwohnerzahl hat sich seit 1965 verdoppelt und liegt bereits bei rund 80.000 Einwohnern, was Umeå zur zwölftgrößten Stadt Schwedens macht, die nur noch knapp hinter Lund liegt.

Die ältesten Felsritzungen in der Umgebung Umeås bewiesen, dass bereits 3000 vor Christus Menschen hier verkehrten, auch wenn bisher die ältesten Reste von Häusern und die landwirtschaftliche Nutzung der Umgebung erst ab etwa 1000 vor Christus nachgewiesen werden konnten. Schriftlicht taucht Umeå dann erstmals im Jahre 1314 auf, als der Ort bereits eine Kirche hatte, sowie einen Hafen und damit einer der Handelsorte Nordschwedens war. Dem Hälsingelagen von 1320 kann man auch entnehmen, dass die Bürger hier die Steuern in Form von Fellen zahlen konnten. Die tatsächliche schwedische Besiedlung Umeås fand daher vermutlich gleichzeitig mit Luleå, beziehungsweise seinem Vorgänger, der Kirchstadt Gammelstan, statt.

Das Rathaus in Umeå

Im Jahre 1621 schickte dann der König Gustav II. Adolf seinen Stadtplaner Olof Bure nach Umeå, um die Stadt neu zu planen und dabei eine ideale Lage für die Ansiedlung zu suchen. Bure legte das neue Umeå etwa fünf Kilometer von der alten Ansiedlung an und stellte am 22. Juni 1622 dann die vorübergehenden Stadtprivilegien aus, die von  Königin Kristina dann 1646 durch endgültige Stadtrechte ersetzt wurden. Allerdings muss man bedenken, dass Umeå damals noch einen direkten Zugang zur Ostsee hatte, da die Landhebungen noch nicht so fortgeschritten waren.

Die Stadt der Birken wurde Umeå jedoch erst nach dem Großbrand vom 25. Juni 1888, als die Stadt nahezu vollständig abbrannte und neu gebaut werden musste. Um weitere Großbrände zu verhindert, legte man im neuen Umeå breite Straßen an, denen entlang überall Birken gepflanzt werden mussten, da diese Bäume sehr viel Feuchtigkeit enthalten und eine Art Brandschutz bilden.

Wenn man Umeå besucht und kennen lernen will, so sollte man als erstes das Västerbottens Museum in Gammlia besuchen, da man neben dem Museum auch ein Museumsdorf mit etwa 40 historischen Gebäuden und drei Koten der Sami findet. Zusammen mit dem Museumsbesuch wird man anschließend Umeå besser verstehen.

Auf Grund des Brandes im Jahre 1888 ist Umeå eine relativ moderne Stadt, die vor allem den Stempel des Architekten Fredrik Olaus Lindström trägt, der, unter anderem, auch das Rathaus und die Stadtkirche Umeås erbaute, die beide den typischen Stil vom Ende des 19. Jahrhunderts tragen.

Auch wenn man Umeå häufig nur als Ausgangspunkt für Ausflüge in Västerbotten nimmt, da die Besucher die Wildnis des Nordens lockt, so sollte man nicht vergessen, dass Umeå mit dem Bildmuseet über eines der größten schwedischen Museen zur bildlichen Gegenwartskunst verfügt, das zudem die vermutlich beste Aussicht über die Stadt bietet.

Am Rande der Stadt, dem Siedlungsgebiet Umedalen, findet man den international bekannten Skulpturenpark Umeås. Selbst wenn die großen Ausstellungen internationaler Skulpteure in Form einer Biennale nur alle zwei Jahre während des Sommers stattfinden, so kauft die Stadt regelmäßig weitere Kunstwerke ein, die man hier das ganze Jahr über bei einem Spaziergang von einer guten Stunde entdecken kann.

Wer sich für Astronomie interessiert, sollte das Planetarium Umevatoriet besuchen, denn hier kann man den Weltraum in einer technisierten digitalen Welt entdecken und sich auf einen fernen Stern versetzen lassen. Nach der digitalen Entdeckung kann man natürlich auch noch in die Kuppel gehen und einen Blick in das MEAD-Teleskop werfen.

Einige Kilometer außerhalb der Stadt findet man im Sommer die UmeLagun, ein Abenteuerbad mit mehreren Attraktionen, Bubblepool und selbst einen Pool mit warmem Wasser.

An Freizeitaktivitäten mit Fahrrad, Kanu oder zu Fuß bietet Umeå nahezu für jeden etwas, denn an was es um die Stadt Umeå nicht mangelt, sind Wald und Wasser.

Da Umeå über eine moderne Universität mit mehreren Fakultäten verfügt, an denen rund 36.000 Studenten eingeschrieben sind, ist das kulturelle Leben der Stadt sehr ausgeprägt. Mit der Norrlandsoper, mehreren Theater und Musikveranstaltungen jeder Art, gilt Umeå als die Kulturstadt Schwedens. Besonders herausragend ist dabei die Umeå Kulturnatta im Mai, die jedes Jahr rund 50.000 Besucher anzieht und etwa 300 verschiedene Angebote bietet. Im Jahre 2009 wurde Umeå zur europäischen Kulturhauptstadt für 2014 ernannt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

2012/09/17

Uppsala, die schwedische Stadt des Wissens

Wenn man von Uppsala, der viertgrößten Stadt Schwedens, spricht, so meint man im Grunde zwei Städte, die mittlerweile zu einer verschmolzen sind, nämlich Gamla Uppsala, das zur Zeit der Wikinger Uppsala hieß und das neue Uppsala, das damals als Östra Aros bekannt war und im Jahre 1273 zu Uppsala wurde, als der damalige Erzbischof seinen Sitz vom historischen Uppsala nach Östra Aros verlegte.

Das heutige Uppsala erhielt, trotz seiner historischen Bedeutung, erst im Jahre 1497 seine Stadtprivilegien und durfte sogar erst ab dem 19. Jahrhundert, als „Stapelstad“ Waren direkt exportieren und importieren, was jedoch die industrielle Entwicklung kaum behinderte und lediglich den direkten Handel mit anderen Ländern bremste.

Die Mühle an der Fyrisån in Uppsala (18. Jahrhundert)

Der erste Gedanke, der sich mit der schwedischen Stadt Uppsala verbindet, ist in der Regel die Universität Uppsala, die bereits 1477 gegründet wurde und damit die älteste Universität im nordischen Raum ist. Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass die ersten 300 Jahre lang dort nur Priester ausgebildet wurden denen eine wichtige Rolle im Erziehungswesen und der Führungsschicht der Kirche zugedacht war. Die ersten nichtkirchlichen Ausbildungen tauchten an der Universität erst im 18. Jahrhundert auf, was allerdings nicht nur in Uppsala der Fall war.

Wenn man sich Uppsala nähert, so fallen zwei andere Gebäude zuerst ins Auge, als erstes die Domkirche, eine monumentale Kathedrale in gotischem Stil, die im 13. Jahrhundert begonnen wurde und deren Türme erst im 16. Jahrhundert fertig waren. Nach ausgedehnten Restaurationen hat die Domkyrka heute wieder ihr ursprüngliches Aussehen aus dem 16. Jahrhundert erhalten.

Das zweite Gebäude, das man schon aus der Ferne entdeckt ist das Schloss in Uppsala, das 1549 von Gustav Vasa als Befestigung geplant war und Mitte des 18. Jahrhunderts das heutige Aussehen annahm, nachdem der vorherige Renaissancepalast durch einen Brand zerstört worden war. Im Schlosspark finden auch einige der bedeutendsten Feste der Stadt statt, insbesondere die Walpurgisfeiern mit den traditionellen Gesängen.

Uppsala gehört zu den Städten Schwedens in denen das Stadtbild eine Mischung aus historischen Gebäuden und modernen Großstadt (zum Beispiel das Konzerthaus) ist, so dass man sich im Grunde nur entscheiden muss, was man eigentlich sehen will. Vor allem die neoklassischen Gebäude der Stadt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts fielen den Stadtplanern der 60er und 70er Jahre zum Opfer, da ein Neubau weitaus billiger war als die alten Gebäude zu modernisieren und zu restaurieren.

Wer sich in Uppsala mehr für Kultur interessiert, sollte auf jeden Fall Bror Hjorths Hus besuchen, das ehemalige Atelier des schwedischen Künstlers Bror Hjorth, das heute in ein Museum umgewandelt wurde, das Evolutionsmuseum mit der größten nordischen Sammlung an Dinosaurier und das Pelle Svanslös Hus, das einen Ausflug in die Sagenwelt Schwedens ermöglicht.

Für alle, die mehr nach Natur suchen, bietet sich, außer einem Spaziergang entlang der Fyrisån, der Botanische Garten aus dem 17. Jahrhundert an, der einst von Olof Rudbeck für das Königshaus angelegt wurde, das Linnémuseum mit dem Linnégarten, der nach dem System Carl von Linnés angelegt wurde und das Biotopia, ein interaktives Naturmuseum, das insbesondere Kindern den Zugang zum Erlebnis Natur erleichtert.

Um sich etwas austoben zu können und gleichzeitig ein tropisches Milieu zu entdeckten, empfiehlt sich ein Ausflug ins Abenteuerbad Fyrishof, das sich in den Sportanlagen der Stadt befindet und ganzjährig geöffnet hat.

Wer dann noch einen Blick in die früheste Zeit Uppsalas werfen will, muss sich Richtung Königshügel nach Gamla Uppsala begeben, denn auch wenn man auf den grünen Hügeln nicht unbedingt an die Wikinger erinnert wird, so wird man im Gamla Uppsala Museum entschädigt und kann einer Reise vom Jahre 500 bis zum Jahre 1100 folgen.

Während der Sommermonate ist in Gamla Uppsala auch der Disagården geöffnet, ein Freilichtmuseum, das dem Landleben des Uppland mit historischen Gebäuden und mit Vorführungen aus vier Jahrhunderten gewidmet ist. Vor allem ein Aufenthalt zu Mittsommer ist hier ein wahres Erlebnis und lohnt die Summe für den Eintritt.

Ein Erlebnis besonderer Art ist auch eine Reise auf der schmalspurigen historischen Eisenbahn, die zwischen Uppsala und Faringe verkehrt, denn es gibt nicht mehr viele Stelle, wo man mit einer Dampflok gemütlich durch die Schönheit des Uppland geführt wird. Die rund 32 Kilometer lange Strecke wird nur im Sommer regelmäßig befahren.

Copyright: Herbert Kårlin
 

2012/09/13

Karlstad, die Wasserstadt im Värmland

Karlstad, die größte Stadt des Värmlands zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich im Delta des Klarälven befindet, der dort in den nördlichsten Teil des Vänern mündet. Mit über 60.000 Einwohnern nimmt Karlstad den 17. Platz in der Rangordnung der schwedischen Städte ein.

Auch wenn Karlstad bereits zur Zeit der Wikinger ein Handelsplatz war, der unter dem Namen Tingvalla im 13. Jahrhunderts erstmals in offiziellen Dokumenten genannt wird, ein Ort, an dem auch das jährliche Ting abgehalten wurde, so erhielt Karlstad seine Stadtprivilegien erst im Jahre 1584 von Karl IX., der dem Ort auch seinen Namen gab. Allerdings verfügte die gesamte Stadt um diese Zeit gerade einmal über 150 Einwohner, die sich auf 45 Haushalte verteilten.

Die längste Steinbrücke Schwedens findet man in Karlstad.
 
Das Logo von Karlstad ist eine freundliche Sonne, was jedoch nicht ein Ausdruck für die Sonnenstunden am Vänern sein soll, sondern an Sola i Karlstad, die Bedienung Eva Lisa Holtz erinnern soll, der eine ständige gute Laune nachgesagt wird und die heute als Statue vor dem Stadthotel steht.

Auf Grund der zahlreichen Brände, die Karlstad heimsuchten, hat die Stadt nicht nur einen modernen Charakter, sondern selbst das Straßennetz entstand wegen der Brandgefahr. Die Straßen sind daher sehr breit und sollten als Feuerschutz dienen. Entsprechend gehört auch der zentrale Stora Torget zu den größten Plätzen Schwedens auf dem dreimal die Woche Marktstände aufgebaut werden.

Seit 1999 verfügt Karlstad über eine Universität, die sich vor allem auf die Forschung spezialisiert hat, aber auch Ausbildungen in Naturwissenschaft, Gesellschaftswissenschaft und Medizin anbietet. Im Jahre 2009 entstand dann ebenfalls eine Handelshochschule, wobei beide Einrichtungen gemeinsam etwa 10.000 Studenten ausbilden.

Das dominanteste Gebäude Karlstads ist die Domkirche in überwiegend barockem Stil. Auf Grund der Brände und mehrere Umbauten hat die Kirche keinen klaren Stil und selbst der Hauptaltar stammt erst aus dem Jahre 1967. Interessant ist daher vor allem der alte Altar mit den beiden Engeln des schwedischen Künstlers Johan Tobias Sergel.

Unter den Museen der Stadt sticht vor allem das Värmlands Museum hervor, das zu den meistbesuchten Regionalmuseen Schwedens gehört und einen Gesamtüberblick über das Värmland von der frühesten Zeit bis heute bietet, also eine Reise durch eine 10.000-jährige Geschichte erlaubt.

Das Brigademuseum mit dem Schwerpunkt „Kalter Krieg“, das bereits im Jahre 2012 öffnen sollte, wird nun offiziell am 1. Juni 2013 seine Türen öffnen. Das Museum wird von einem Verein getragen und will mit seinen interaktiven Ausstellungen jedes Alter ansprechen.

Im Juni 2012 öffnete das Lars Lerin Museum mit einer reichen Auswahl an Aquarellbildern des Künstlers, der in Munkfors im Värmland geboren wurde. Der Gegenwartskünstler Lars Lerin gilt als einer der herausragendsten Aquarellmaler des modernen Schweden. Sein Museum, das sich vorher in Munkfors befand, ist mittlerweile geschlossen.

Einige Kilometer außerhalb von Karlstad findet man das Geburtshaus des größten värmländischen Dichters Gustaf Fröding. Das Gut aus dem 18. Jahrhundert beherbergt eine kleine Ausstellung zum Nationalskalden des Värmland, wobei ein Besuch vor allem Ende August von größerem Interesse ist, da der Geburtstag des Dichters auf besondere Weise gefeiert wird. Ansonsten ist der Alster Herrgård eine beliebte Ausflugsstelle für die Bewohner Karlstads.

Wer der Stadtatmosphäre entkommen will, dem bietet Karlstad Ausflüge in die Schären des Vänern an, eine fotografische Biberjagd im Klarälven von einem Kajak aus, 90 Kilometer an Fahrradtouren in der Umgebung, fern von jedem Autoverkehr oder auch eine Entspannung bei einer Runde Golf.

Kulturell bietet Karlstad mit seiner Oper, dem Scalateatern und dem Värmlandsteatern ein Angebot, das einer größeren Stadt gerecht werden kann, wobei insbesondere die Oper mit 65 fest angestellten Solisten eine sehr hohe Qualität bietet, die Besucher aus ganz Schweden anzieht.

Der sogenannte Sandgrundsudden, der von beiden Seiten von Armen des Klarälven umgeben ist und am Värmlandsmuseum liegt, ist im Sommer das kulturelle Zentrum Karlstads, wo man nicht nur bei einem Picknick an den Stränden und auf den Wiesen liegen kann, sondern wo auch zahlreiche Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/09/05

Norrköping, 400 Jahre Industrie in Schweden

Auch wenn die Geschichte Norrköpings bis zur Bronzezeit oder auch weiter zurückführt und auch die Wikinger hier einige Spuren hinterlassen haben, so beginnt die Geschichte der Stadt erst im Jahre 1384, als sie die Stadtrechte erhielt und sich damit dem Handwerk und dem Handel öffnen konnte. Die Entwicklung der Stadt und ihre heutige Struktur gehen dann immerhin noch bis zum Jahre 1618 zurück, als der Holländer Louis de Geer hier ankam und die industrielle Bewegung Norrköpings in Gang setzte. Zur Erinnerung daran findet man auf dem Gamla Torg seine Statue, die der bekannte schwedische Bildhauer Carl Milles schuf.


Norrköping ist mit seinen rund 130.000 Einwohnern die zehntgrößte Stadt Schwedens und verdankt seine Entwicklung seiner Lage am Motala Ström, der in Norrköping allgemein nur als „Strömmen“ bezeichnet wird, denn hier konnte man Mühlen aufbauen, das starke Gefälle diente dem Antrieb der Maschinen und letztendlich öffnete der Strömmen einen Handelsweg direkt zur Ostsee.

Louis de Geer hatte diese Möglichkeiten unmittelbar erkannt und gründete in der damals zweitgrößten Stadt Schwedens eine Papierfabrik, eine Waffenfabrik, stellte Kleidung her und baute eine Werft auf. Diese Entwicklung setzte in den folgenden Jahrhunderten fort, wobei vor allem die Textilindustrie Norrköpings bis zu den 60er Jahren bedeutend zum Reichtum der Stadt beitrug. Dank dieser Entwicklung liegt die Arbeitslosigkeit in Norrköping noch heute weit unter dem Landesschnitt.

Nachdem sich die Industriegebäude ab den 70er Jahren leerten und sich die moderne Industrie und der Handel in Neubauten ansiedelten, entschied sich Norrköping in den 80er Jahren das heute als Industrielandschaft bekannte Gebiet zu erhalten, zu modernisieren und ihm eine neue Aufgabe zu geben, wodurch der kulturhistorische Wert der Stadt erhalten bleiben konnte.

Große Teile der Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, so der Holmentornet, sind mittlerweile wahre Kennzeichen Norrköpings geworden. So findet man heute auch neben Gewölben vom 18. Jahrhundert die Universität Norrköpings, die in der alten Textilfabrik Einzug hielt und direkt am Strömmen über eine ideale Lage verfügt.

Die frühere Papierfabrik wurde zum Konzerthaus und einem Kongresszentrum und mit dem Stadtmuseum, dem Arbeitsmuseum und zahlreichen Cafés und Restaurants wurde das gesamte kulturelle Zentrum Norrköpings in die Industrielandschaft am Fluss eingebettet, eine Besonderheit, die man nur in Norrköping in diesem Ausmaß finden kann.

Während eines Besuches in Norrköping sollte man jedoch nicht nur die Industrielandschaft der Stadt besuchen, sondern auch den Gamla Torg mit seinen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sowie die Drottninggatan entlang bummeln, die vielleicht wichtigste Straße Norrköpings an der auch der Karl Johans Park liegt in dem man seit den 30er Jahren regelmäßig von Frühling bis Herbst die „Kaktuspflanzung“ findet, eine Anlage mit etwa 25.000 Gewächsen, darunter rund 6000 Kakteen, die zu einem gigantischen Bild angeordnet werden.

Wie jede Universitätsstadt, so ist das kulturelle Leben Norrköpings stark auf die knapp 6000 Studenten ausgerichtet, was sich sowohl auf das musikalische Programm auswirkt als auch auf Kunst und Theater. Die Linköpings Universität (LiU), zu der die philosophische Fakultät und die Technische Hochschule Norrköpings gehören, zählt insgesamt nahezu 30.000 Studenten, wobei die beiden Städte nur rund 40 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Auf Grund von mehreren Bränden verfügt Norrköping über keine Kirche, die bis zur Gründungszeit der Stadt zurückreicht. Alle drei architektonisch und geschichtlich interessanten Kirchen der Stadt wurden mehrmals restauriert. Teile der Hedvigs Kyrka, die sogenannte Deutsche Kirche, reichen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück, die S:t Olai Kyrka wurde Ende des 18. Jahrhunderts im heutigen Stil gebaut und die Matteus Kyrka Ende des 19. Jahrhunderts.

Das Kunstmuseum in Norrköping ist auf schwedische Kunst des 19. Jahrhunderts spezialisiert, verfügt jedoch über eine Sammlung schwedischer Kunst vom 17. Jahrhundert bis heute. Die graphische Sammlung des Museums gehört zu den bedeutendsten Schwedens.

Im Stadtmuseum entdeckt man vor allem das Norrköping von vor hundert Jahren, wobei im sogenannten Webraum des Museum weiterhin Tücher auf herkömmliche Art gewoben werden. Hier kann man etwa 50 verschiedene Handwerke entdecken, die Norrköping zu seinem Reichtum verholfen haben.

Das Arbeitsmuseum widmet sich mehr der gegenwärtigen Entwicklung Norrköpings und bietet dem Besucher einen Einblick in Zeitströmungen, die nicht nur für Norrköping von Interesse sind, sondern für ganz Schweden.

Im Hällristingsmuseum kann man in einer permanenten Ausstellung die Geschichte der Bronzezeit in Schweden erfahren, wobei die Steinritzungen vor allem „Modell standen“ für die verschiedensten Modelle, die das kleine Museum bietet, wobei Fotografien und Textmaterial einen Einblick in die Vergangen bietet über die man nur wenig im „Land der Wikinger“ redet.

Das EWK-Museum zeigt eine Dauerausstellung der politischen Zeichnungen von Ewert Karlsson, der seine Werke mit EWK signierte. Das Museum zeigt rund 2000 seiner Zeichnungen und bietet einen Einblick das Leben und die Arbeitsweise des Künstlers.

Etwa zehn Kilometer nördlich von Norrköping befindet sich das Schloss Löfstad mit seinem englischen Park, das seit 1926 unverändert blieb und ganzjährig für Besucher geöffnet ist. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert gebaut und blieb bis zum Tod von Emilie Piper im Jahre 1926 im Besitz der gleichen Familie.

Copyright: Herbert Kårlin