2012/10/07

Örnsköldsvik, die schwedische Stadt des Abenteuers

Örnsköldsvik, die größte Stadt im Ångermanland wurde bereits zur Bronzezeit besiedelt, wobei die über 7000 Grabhügel der Umgebung auch beweisen, dass diese Region Schwedens sehr früh zu einem Handelsort wurde, auch wenn man hierüber nicht sehr viel weiß. In diesem Zusammenhang darf man natürlich auch nicht vergessen, dass sich zwischen Härnösand und Örnsköldsvik die Landhebung Schwedens am deutlichsten bemerkbar machte, was letztendlich auch dazu führte, dass man hier eines der Weltkulturerbe Schwedens findet, nämlich die Höga Kusten, die Hohe Küste.

Auch wenn das Wort Örn als Adler übersetzt wird und man in Örnsköldsvik einen Adler als Stadtsymbol findet, so ist dies natürlich mehr eine touristische Erfindung, denn die Stadt wurde nach dem Regionalpolitiker Per Abraham Örnsköld benannt und ist damit eine der wenigen Städte Schwedens, die nach einer bürgerlichen Person benannt wurden.

Blick auf die Skisprungschanze in Örnsköldsvik

Örnsköldsvik ist vor allem als Stadt des Sports bekannt, wobei man selbst bei der Durchfahrt die Skischanze sieht, die geradezu zum Symbol der Stadt wurde, und Örnsköldsvik ist natürlich die letzte Stadt der Höga Kusten, die geradezu unbegrenzte Möglichkeiten für Naturliebhaber jeder Art bietet. Viele, die nach Örnsköldvik kommen benutzen die Stadt als solches nur um hier zu schlafen und um einzukaufen, obwohl Örnsköldsvik weitaus mehr zu bieten hat.

Um mehr über die Vergangenheit Örnsköldsviks zu erfahren, bietet sich ein Besuch des städtischen Museums an, dem auch eine Kunsthalle mit wechselnden Ausstellungen angeschlossen ist, denn hier kann man nicht nur übliche Ausstellungsgegenstände mit entsprechenden Erklärungen finden, sondern im Filmraum auch alle Dokumentationen über Örnsköldsvik betrachten.

Eine Erlebnis besonderer Art bietet das kleine Hans Hedberg Museum in Örnsköldsvik, wo man die glasierten Keramikfrüchte des im Jahre 2007 verstorbenen Künstlers Hans Hedberg sehen kann, Werke, die insbesondere in Frankreich einen großen Erfolg hatten.

In der Stadt Örnsköldsvik selbst findet man schließlich noch das Paradiset, eines der größten Hallenbäder Nordeuropas mit allem, was man sich in einem Abenteuerbad nur wünschen kann, wobei man im Paradisbadet auch die längste Wasserrutschbahn Europas findet, die je in einer Halle aufgebaut wurde.

Mitten in Örnsköldsvik liegt auch der sogenannte Varvsberget mit seinen Sportanlagen, dessen Spitze man mit der Seilbahn oder auch zu Fuß erreichen kann um eine unvergessliche Aussicht zu finden. Auf dem 125 Meter hohen Varvsberget beginnt auch der Wanderpfad Höga Kusten (Höga Kustenleden) und das Hörnsjöns Naturreservat.

Wer eine längere Wanderung in Örnsköldsvik beginnen will, kann den Höga Kustenleden wählen, der in 13 Etappen durch das Weltkulturerbe und den Nationalpark Skuleskogen führt oder, alternativ, den Arnäsleden mit seinen 70 Kilometern, die in acht Etappen aufgeteilt sind und selbst für Kinder geeignet ist. Hier kommt man an den typischen Scheunen des Ångermanland vorbei, an den Räckebergsgrotten und an Badeplätzen, die sich für eine Rast und ein Picknick eignen.

Wer Örnsköldsvik als Basis nimmt, darf auf keinen Fall vergessen einen Ausflug nach der beiden Inseln Ulvön einzuplanen, einer Doppel-Insel, die Teil der Schären ist, die sich direkt vor der Stadt erstrecken. Norra und Södra Ulvön, die als das Herz der Höga Kusten bezeichnet werden, sind vor allem durch den Surströmming bekannt, der noch heute dort eingemacht wird und zu den bedeutendsten Delikatessen Schwedens zählt. Auf Ulvön findet man auch die Ulvö Gamla Kapell von 1622, die älteste noch erhaltene Holzkirche des Ångermanland mit sehr gut erhaltenen Wandmalereien. Allerdings kann diese Kapelle nur im Sommer von innen besichtigt werden.

Die Ausflugsmöglichkeiten von Örnsköldsvik sind nahezu unbegrenzt, egal ob man mit einem Fahrzeug, dem Kanu oder zu Fuß unterwegs ist. Unter den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung sind die Skallbergsgrottorna zu nennen unter denen einige von Jedermann zu besichtigen sind, sollte man den Helm und die Taschenlampe nicht vergessen haben. Die Mehrheit der Grotten sind allerdings für Hobbyabenteurer nicht geeignet.

Andere Ausflugsmöglichkeiten können das Surströmmingsmuseum, dem ein Bootsmuseum angeschlossen ist, in Skeppsmaln sein, das Brynge Kulturområde mit seinem Kraftwerk und der industriellen Geschichte des Ångermanland, die Själevads Kyrka, die vor einigen Jahren zur schönsten Kirche Schwedens gewählt wurde, oder auch die Gammelgården in Myckelgensjö mit seinen 28 Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert und dem Bauernhof der gleichen Epoche. Für jene, die sich für Geschichte interessieren kann auch Genesmon im Ort Gene von großem Interesse sein, die Rekonstruktion eines Dorfes aus der römischen Eisenzeit, gebaut nach der nahen Fundstelle, die in den 60er Jahren erstmals untersucht wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/06

Växjö, die grünste Stadt Europas

Da sich in Växjö im Mittelalter die verschiedenen Wege aus allen Richtungen trafen, bezeichnete sich die Stadt in modernerer Zeit als die Stadt an der alle Wege zusammenführen, zumindest bis zu jenem Tag, als BBC den Ort im Småland als die grünste Stadt Europas bezeichnete, was vielleicht nicht ganz genau stimmt, aber der Wahrheit dennoch ziemlich nahe kommt, da Växjö eine der umweltbewusstesten Städte Schwedens ist und über viel Grün und eine sehr gute Luft verfügt.

Zu welcher Zeit Växjö erstmals besiedelt wurde, ist nichts bekannt. Sicher ist jedoch, dass an seiner Stelle bereits im Jahr 1000 einige Häuser standen, zumal die Sigfridslegende erzählt, dass der englische Missionar Sigfrid der erste war, der Schweden missionierte und sich entschied in Växjö die erste Bischofskirche des Landes zu bauen. Vermutlich führte diese Legende auch dazu, dass der damals sehr kleine Ort Växjö im Jahre 1170 Bischofssitz wurde und sich damit zu einem Zentrum für Pilger entwickelte. Als der Ort dann am 13. Februar 1342 von Magnus Eriksson die Stadtprivilegien verliehen bekam, so geschah dies wiederum ausschließlich dafür um dem Bischof, der Växjö vollkommen beherrschte, den Handel zu ermöglichen.

Das Theater in Växjö von 1849, das zweitälteste Landestheater Schwedens

Durch die Grenzlage zu Dänemark wuchs Växjö auch in den kommenden Jahrhunderten nur unbedeutend und selbst als die Industrialisierung im 19. Jahrhundert über ganz Schweden zog, lag die gesamte Stadt Växjö noch immer innerhalb der im Mittelalter geschaffenen Grenzen. In einer Reichstagsdebatte gegen 1890 wurde Växjö sogar noch als die dunkelste Stadt Smålands bezeichnet. Allerdings hat sich die Einwohnerzahl während der letzten 50 Jahre nun verdreifacht und man zählt heute nahezu 61.000 Einwohner.

Unter den Bauten der Stadt gilt die Schlossruine Kronoberg am Rande Växjös als Symbol der mittelalterlichen Macht, die erst als Bischofsburg, dann unter Nils Dacke und schließlich noch unter Gustav Vasa eine wichtige Rolle spielte, aber nach dem Frieden von Roskilde dem Verfall überlassen wurde.

Die Domkirche Växjös ist ebenfalls mit dem Heiligen Sigfrid (im Deutschen oft Siegfried geschrieben) verbunden, dessen Heiligenschrein sich bis zum 17. Jahrhundert in der Kirche befand. Vom ursprünglichen Dom ist allerdings nur noch der romanische Westturm vom 12. Jahrhundert erhalten. Das heutige Aussehen erhielt die Domkyrkan erst im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Bedeutung Växjös als katholische Hochburg des Mittelalter kann man auch an einigen Kirchen etwas außerhalb der Stadt entdecken, denn die Verteidigungskirche Bergunda hat ein Taufbecken des 12. Jahrhunderts und wird erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts in schriftlichen Quellen genannt, die Hemmesjö Kyrka wurde bereits 1175 gebaut und die Ör-Ormesberga Kirche ersetzte im 17. Jahrhundert eine frühere Holzkirche, die ebenfalls bereits im Mittelalter erbaut wurde.

Unter den Museen Växjös ist vor allem das Smålands Museum zu nennen, das älteste Regionalmuseum Schwedens, das an Hand von Funden und anderen Ausstellungsgegenständen die Geschichte der Umgebung Växjös vom Ende der Eiszeit bis heute schildert, aber auch temporäre Ausstellungen zur Regionalgeschichte bietet.

Einen Besuch ist auch das Glasmuseum wert, das an Hand von verschiedensten Objekten die Geschichte der Glasherstellung und der Glaskunst Schwedens erzählt. Das älteste Glas der Sammlung stammt vom Jahre 1580. Ergänzt wird diese Ausstellung von Studioglas, das künstlerische Arbeiten von rund 70 schwedischen Künstlern nach dem Jahre 1968 präsentiert.

Ein besonderes Museum ist auch Psykiatrihistoriska Museet, das das Gesundheitswesen vom Mittelalter bis heute beleuchtet und dabei die frühe Psychiatrie mit einschließt, aber auch die sozialen Aspekte des Krankenhauswesens Schwedens der letzten Jahrhunderte erklärt.

Växjö hat auch im Straßenmilieu eine Attraktion zu bieten, denn entlang der Sandgärdsgatan haben acht Künstler der Glashütte Kosta Boda Glaskunst geschaffen, die dem Straßenzug einen besonderen und einmaligen Charakter verleiht.

Wer die grüne Stadt Växjö sucht, findet nicht weniger als 22 Naturschutzgebiete in und um die Stadt, die zum Wandern einladen und dabei dem Besucher die Natur Smålands näher bringen. Hinzu kommt noch die Anlage Linnéparken (Linné-Park), die in drei Teile aufgeteilt ist und eine Verbindung zum Växjösjön ist, einem See, der mitten in die Stadt hineinragt.

Etwa fünf Kilometer außerhalb des Zentrums von Växjö findet man das Schloss Teleborg aus dem 18. Jahrhundert mit einem beeindruckenden Schlosspark. Allerdings ist das Schloss selbst ein Hotel und kann nicht besichtigt werden. Der Schlosspark ist an gewissen Tagen im Jahr auch der Allgemeinheit zugänglich, wobei dort auch regelmäßig musikalische Veranstaltungen organisiert werden. Das daneben liegende Naturschutzgebiet kann jedoch von allen besucht werden.

Mit der Bevölkerungszunahme Växjös wurde Mitte des 20. Jahrhunderts auch der Ruf nach einer Universität laut, was 1967 dazu führte, dass hier eine Zweigstelle der Universität Lund eingerichtet wurde, was jedoch die Stadt nicht befriedigte. Bereits 1999 wurde daher die Universität Växjö gegründet, die selbstständig jedoch nur einen sehr kurzen Bestand hatte, da sich bereits ein Jahr später die Universitäten Växjö und Kalmar zur Linnéuniversität zusammenschlossen, zu denen sich Zweigstellen in Hultsfred, Ljungby und Nybro gesellten.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/05

Marstrand, der Freihafen des 18. Jahrhunderts

Auch wenn die Felsgruben in Marstrand, ein Sonntagsziel der Bewohner Göteborgs, davon zeugen, dass die Insel als solches von der Eiszeit geschaffen wurde, dort zahlreichen Zeichen zu finden sind, die belegen, dass während der Steinzeit die ersten Menschen die Insel betraten und ein Opferstein auf den höheren Stellen von einer vorchristlichen Vergangenheit erzählt, so gehen die ältesten Berichte über Marstrand nur bis zum 12. Jahrhundert zurück, als dort ein Kloster der Franziskaner gegründet wurde, von dem allerdings keine Spuren mehr erhalten sind. Die Geschichte Marstrands sollte allerdings dennoch mehrere Jahrhunderte eine Sonderrolle in der schwedischen Geschichte einnehmen.

Vermutlich war Marstrand bereits lange von Händlern und Fischern bewohnt bevor die Insel durch die Besetzung des norwegischen Königs Håkan Håkonsson im 13. Jahrhundert einen offiziellen Status bekam und sich eine Art norwegische Handelskolonie dort entwickelte. Noch im gleichen Jahrhundert verschwand die Holzkirche des Klosters und man begann die heutige Marstrand Kirche zu bauen, deren ältesten Teile bis zum Jahr 1270 zurückreichen, auch wenn sie das gegenwärtige Aussehen erst Ende des 17. Jahrhundert erhielt und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nochmals Änderungen erfuhr.

Festung Carlsten auf Marstrand

Eine Besonderheit Marstrands war, dass die Insel im Jahre 1775 zum Freihafen ernannt wurde, da dies bedeutete, dass dort Religionsfreiheit herrschte, das Einwandern möglich war, keine Gilde existierte und selbst Verbrecher unangetastet blieben, unter der Voraussetzung, dass sie ihre Taten den Behörden meldeten. In dieser Zeit besiedelte sich Marstrand vor allem mit Juden, die um jene Zeit noch in ganz Schweden verfolgt wurden. So entstand auch die erste Synagoge Schwedens auf Marstrand.

Wann Marstrand, das aus einer größeren bewohnten Insel und einem mit dem Festland verbundenen Vorsprung besteht, seine ersten Stadtprivilegien bekam, ist unbekannt. Die ältesten überlieferten Stadtrechte wurden jedoch 1442 ausgestellt und sollten 1971 damit enden, dass Marstrand Teil der Gemeinde Kungälv wurde.

Der bedeutendste Anziehungspunkt Marstrands ist die Carlstens Fästning (Festung Carlsten), die die Insel von allen Seiten dominiert, ihren Vorläufer mit dem Frieden von Roskilde im Jahre 1658 bekam und nicht nur ein touristischer Magnet ist, sondern auch über eine sehr interessante Geschichte verfügt.

Wer heute mit der Fähre auf die Marstrandsön kommt, kann sich, auf Grund der typischen Holzhäuser, zwar einen Fischerort vorstellen, aber kaum die Stadt, die Marstrand Ende des 18. Jahrhunderts war, als hier etwa 1500 Personen lebten und ihren Tätigkeiten nachgingen. Allerdings währte diese Epoche nur kurz, denn schon einige Jahrzehnte später war  Marstrand die kleinste Stadt im Bohuslän geworden.

Wer Marstrand besucht, sollte allerdings nicht nur die Carlstens Fästning besuchen, sondern auch einen Spaziergang rund um die Insel machen, da man hier an den Aushöhlungen der Eiszeit vorbeikommt, die alten Schmugglergrotten entdecken kann, am Teich der seltenen Seerosen vorbeikommt, durch die Felsenformation „Nadelöhr“ klettert und auch einen kleinen Abstecher zum Skallens Fyr, dem Leuchtturm der Insel machen kann, von wo aus man das aktive Seeleben vor Marstrand bewundern kann, die Stelle, wo sich Kattegat und Skagerrak treffen.

Marstrand gehört mit zu den ersten Badeorten Schwedens und wurde unter König Oscar II. zur Sommerhauptstadt Schwedens, da der König zwischen 1887 und 1907 seinen Urlaub jedes Jahr auf Marstrand verbrachte und damit auch eine sehr große Menge an Touristen anzog. Heute sind nur noch wenige Zeichen dieser Glanzepoche vorhanden, auch wenn die Insel später mit seinem nach Geschlechtern getrennten Nacktbadestrand wieder einen gewissen Ruf erlangte, obwohl viele Inselbewohner den FKK-Strand mehr als Sündenbabel ansahen als als eine Besonderheit der Insel.

Marstrand ist aber auch wegen seinen Segelregatten wie Marstrandsregattan oder Match Cup Sweden bekannt, die hier ihren Ausgangspunkt haben, sowie für den Gasthafen und die Ausflüge, die man mit Meereskajaks unternehmen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/04

Mora, die Stadt der Messer, der Morapferde und des Vasalaufes

Die Geschichte Moras, des Zentralorts von Dalarna am Siljansee und in nächster Nähe des Orsasjön reicht bis etwa 4000 vor Christus zurück. Der Ort entwickelte sich während der Vendelzeit und vor allem unter der Epoche der Wikinger zu einem bedeutenden Handelsort, da an ihm einer der wichtigsten Wege von Schweden nach Norwegen vorbeiführte.

Unter Gustav Vasa trat Mora sogar in das Zentrum der schwedischen Geschichte und war längst als Handelsstadt bekannt. Dennoch wurde Mora, damals noch der Teil Morastrand, erst 1908 ein Köping, das sich 1959 zum Mora Köping entwickelte und 1971 zur Mora Gemeinde wurde ohne je die Stadtprivilegien zu erhalten, auch wenn man Mora wie selbstverständlich als Stadt betrachtet.

Wenn man von Mora spricht, so denkt man im Grunde jedoch weder an die Geschichte, noch an die geografische Lage oder seine Sehenswürdigkeiten, denn bei Mora gehen die ersten Gedanken zum Morahäst, das als Dalahäst (Dalapferd) die ganze Welt erobert hat, zum Morakniv (Mora Messer), das ebenso bekannt ist, zum Vasalauf, dessen Ziel Mora ist und natürlich zu Anders Zorn, einem der größten schwedischen Künstler. Kein Wunder daher, dass Mora bekannter ist als die vier Städte in Dalarna, die über weitaus mehr Einwohner verfügen, insbesondere Borlänge und Falun, die sogar knapp viermal so viele Einwohner haben als Mora.

Auch wenn man in Dalarna mehr vom Morahäst als vom Dalahäst spricht und diese weltbekannten Handarbeiten überall in Mora zu sehen sind, so werden sie nicht in der Stadt selbst hergestellt, sondern in den beiden etwas außerhalb liegenden Dörfern Nusnäs und Färnäs, wo man auch erleben kann wie diese bemalten Pferde entstehen.

Am Rande Moras, genau genommen am Fuße des Gesundaberget warten das Sagolandet Tomtelandet, das Paradies für Kinder, denn hier wohnen die Trolle Dalarnas, Hexen, Zauberwesen und natürlich der Weihnachtsmann. Kaum eine Persönlichkeit der nordischen Sagenwelt wohnt nicht im Sagolandet.

Wer Mora besucht, kommt im Grunde an Anders Zorn nicht vorbei, denn man kann den Zorngården besuchen, das Gut auf dem Anders und Emma Zorn lebten und arbeiten und daneben das Zornmuseum besichtigen, wo nicht nur Werke des Künstlers zu finden sind, sondern auch die privaten Sammlungen des Ehepaars. Dann gibt es den Zorn Gammelgård, ein Museumsdorf, in dem der Künstler 14 historische Gebäude aus der Siljagegend aufbauen ließ, angefangen von der Textilkammer mit der privaten Textilsammlung des Künstlers. Und letztendlich findet man am Dalälven auch noch Gopsmor, ein kleines Gebiet, das den Gemälden Zorns entsprungen ist und der Künstler als Lekstugor (Spielhäuschen) bezeichnet hat, da hier regelmäßig Tanzveranstaltungen geboten wurden.

Alles über den Vasalauf und seine Geschichte kann man im Vasaloppsmuseet in Mora erfahren, das nur wenige Meter vom historischen Ziel des Laufes entfernt liegt und zum Vasalauf 2013 mit einer weitaus größeren Fläche und in vollkommen neuer Form wieder öffnen wird.

Unter den Bauwerken in Mora ist insbesondere die Kirche zu nennen, die, im Gegensatz zu den meisten Kirchen Schwedens, sowohl einen Kirchturm als auch einen Glockenturm besitzt und deren ältesten Teile bis zum 13. Jahrhundert zurückreichen, auch wenn die Kirche ihre heutige Form erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts erhalten hat. Die Kirche Moras liegt zudem direkt neben dem Zornmuseum als auch am Ziel des Vasalaufes.

Das Vasamonument, das angeblich auf dem Keller errichtet wurde in dem sich Gustav Vasa versteckt hielt, beinhaltet drei Bilder aus dem Jahre 1899, die die Erlebnisse des legendären schwedischen Königs erzählen. Das kleine Gebäude aus Sandstein wurde im Jahre 1860 zum 300sten Jahrestags des Königs erbaut.

Mora bietet mit seiner Natur jedem Liebhaber der Natur seine Lieblingsbeschäftigung zu Wasser und zu Land, wobei insbesondere die beiden Wanderwege Siljansleden und Vasaloppsleden beliebt sind. Wer etwas mehr Anstrengung oder Abenteuer sucht, kann am Gesundaberget seine Grenzen mit dem Mountainbike testen, wobei die Aussicht auf der Spitze des Berges als eine der herrlichsten von ganz Schweden bezeichnet wird und im Guide Michelin drei Sterne erhielt.

Wer zur Erinnerung an Mora eines der berühmten Mora Messer kaufen will, kann es auch direkt in der Fabrik am Rande der Stadt kaufen, wobei es jedoch leider nicht möglich ist die Fabrik als solches zu besichtigen. Im Gegensatz zu vielen anderen „schwedischen“ Produkten, die man in Schweden als Importware erwerben kann, so tragen sowohl die Dalapferde als auch die Moraknivar ausschließlich das Label „Made in Sweden“.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/03

Kristianstad, die Stadt im Wasserreich

Obwohl die Geschichte von Kristianstad nur  bis zum Kalmarkrieg zurückreicht und es sich daher um eine sehr junge Stadt Schwedens handelt, so bietet sie zwei Besonderheiten, die sie gewissermaßen einmalig machen. Zum einen erinnert die Stadt in ihrem Siegel und ihrem Wappen an den dänischen Herrscher Kristian IV., was wohl keine andere Stadt weltweit bieten kann, da man in der Regel das eigene Land hervorheben will und zum anderen liegt der tiefste Punkt Kristianstads 2,41 Meter unter dem Meeresniveau. Dies ist auch der Grund, warum man in Kristianstad Dämme findet und Pumpen ständig dafür sorgen müssen, dass die ganze Stadt trocken bleibt.

Wer Kristianstad von der Luft aus betrachtet, sieht sehr deutlich wo die ursprüngliche Stadt aus dem 17. Jahrhundert liegt, denn der Ort war von Grund auf als Festung gedacht, die von einem Wallgraben, Wällen und Bastionen geschützt sein sollte. Heute kann man sich die Art der Befestigung am besten an der Bastionen Konungen ansehen, eine der ursprünglich zehn Bastionen, die die Stadt schützen sollten, auch wenn es sich bei der Bastionen Konungen nur um eine Rekonstruktion handelt, die den Karten Kristianstads vom Ende des 18. Jahrhunderts entsprechen.

Das Stora Kronohuset von 1841 in Kristianstad

Im Regionmuseet in Kristianstad kann man, außer temporären Ausstellungen und der Entwicklung Skånes von der Steinzeit bis heute vor allem die 400-jährige Geschichte der Stadt im Wasserreich entdecken und erfährt auch so manches von den Plänen verschiedener Stadtplanern, die nie realisiert wurden.

Nachdem in Kristianstad im Jahre 1909 der erste Spielfilm auf schwedischem Raum gedreht wurde, ist es nicht erstaunlich, dass man hier auch ein Filmmuseum findet, das nicht nur die Geschichte des schwedischen Films und Kinos in Wort, Bild und Ton präsentiert, sondern auch einen Raum hat, der den Filmproduktionen in Skåne gewidmet ist. Wenn man die Requisiten und die Geräte betrachtet, die man 1909 benötigte um Filme zu drehen, so gewinnt man eine völlig neue Einstellung zum heutigen Filmgeschäft.

Die Kunsthalle in Kristianstad dient nicht nur Ausstellungen von Gegenwartskunst aus der ganzen Welt, sondern hat sich seit seiner Gründung im Jahre 2001 zu einem Forum entwickelt in dem man auch über Kunst spricht und Vorträgen lauscht. Der Eintritt zur Kunsthalle ist grundsätzlich kostenlos.

Für jene, die sich weder für Kunst, noch für Geschichte interessieren, bietet Kristianstad zwei weitere Museen, nämlich das Artillerimuseet, das erst 2008 gegründet wurde, nachdem die Verteidigung die Garnison verlagert hatte. In diesem Museum kann man die militärische Geschichte von der Gründung der Stadt bis heute verfolgen, wobei die Schwerpunkte natürlich im 20. Jahrhundert und der Zeit des Kalten Krieges liegen. Und schließlich gib es noch das Eisenbahnmuseum, das nicht nur die Eisenbahnkultur und die Entwicklung der Eisenbahn in Schweden zeigt, sondern im Sommer auch Ausflüge mit historischen Zügen organisiert und zu temporären Ausstellungen einlädt.

Naturliebhaber werden sich allerdings im Naturum Vattenriket, dem Wasserreich Kristianstads am wohlsten fühlen, das sich nahezu an der Stadt selbst befindet und die Ursache dafür war, dass man Kristianstad gegen Hochwasser schützen musste und diese Vorkehrungen weiterhin ausbaut, da es immer wieder Hochwasser gelingt Teile der Stadt zu erobern. Im Naturum kann man mit dem Besuch der Ausstellungen beginnen und Informationen sammeln um anschließend das Feuchtgebiet mit seiner reichen Tier- und Pflanzenwelt zu Fuß zu erkunden.

Rund zehn Kilometer von Kristianstad entfernt und zwei Kilometer außerhalb des Ortes Ovesholm findet man das Schloss Ovesholm, das allerdings seit dem 16. Jahrhundert in der gleichen Familie blieb und nicht besichtigt werden kann und über eine außerordentliche Kunstsammlung und ebenso berühmte Bibliothek verfügt. Der Park im englischen Stil ist für die Allgemeinheit offen, wobei dort auch seit einigen Jahren ein Weihnachtsmarkt stattfindet und im Sommer Konzerte organisiert werden.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/02

Eskilstuna, eine finnische Verwaltungsgemeinde im Södermanland

Die Stadt Eskilstuna war bereits vor der Christianisierung Schwedens ein Handelsort, auch wenn es sich damals noch um zwei verschiedene Ansiedlungen handelte, nämlich Tuna und Fors, die noch direkt am Mälaren lagen, da die Landhebungen noch nicht so fortgeschritten waren, und dort der Übergang vom Wasserweg zum Landweg war.

Tuna wurde bereits 1104 in offiziellen Dokumenten genannt und seit dieser Zeite mit der Legende des Heiligen Eskil in Verbindung gebracht, der Ende des 11. Jahrhunderts während seiner Missionsarbeit in Strängnäs ermordet wurde. Geschichtsforscher nehmen an, dass Tuna im Jahr 1266 von Tuna in Eskilstuna verwandelt wurde um die Verbindung zum Heiligen deutlicher zu machen.

Auch wenn die Geschichte Eskilstuna bis Mitte des 17. Jahrhunderts immer wieder Höhepunkte hatte, hier das schwedische Hauptkloster der Johanniter gebaut wurde, Herzog Karl das Schloss Eskilstunahus bauen ließ und letztendlich der Eskilstuna Kanal eine Verbindung zwischen Mälaren und Hjälmaren schuf, so wurden dem Ort mehrmals die Stadtprivilegien versagt. Dies änderte sich erst unter Karl X. Gustav, der aus Eskilstuna eine der größten Industriestädte Schwedens machen wollte. Auch wenn nur etwa 20 Prozent seiner Pläne verwirklicht wurden und die Stadt nie Karl Gustavs Stad hieß, so erlangte der Ort dank dieser Idee im Jahre 1659 die Stadtrechte.

Auch wenn das Kloster der Johanniter im Jahre 1585 abgerissen wurde, damit das Eskilstunahus gebaut werden konnte, das wiederum 1680 vollkommen abbrannte und somit keine Reste der beiden Bauten in Eskilstuna zu finden sind, so ist die Fors Kyrka mit Resten aus dem 11. Jahrhundert noch eine Erinnerung an das Mittelalter und den Heiligen Eskil.

Eskilstuna präsentiert sich dem Besucher in erster Linie als moderne Industriestadt, so dass man sich zuerst auf die Suche nach der Altstadt (Gamla Stan) mit der „Långa Gatan“ (Lange Straße), die eigentlich Köpmansgatan heißt, machen sollte wo man den mittelalterlichen Charakter des Ortes noch am deutlichsten spüren kann. Ein Blick auf die Holzhäuser entlang der Eskilstunaån bleibt ein unvergesslicher Eindruck.

Wer sich etwas mehr mit Eskilstuna auseinandersetzen will, sollte das Eskilstuna Stadsmuseum mit der Faktoriet und den waffentechnischen Sammlungen besuchen, denn hier findet man nahezu alle Erklärungen und Gegenstände, die dem Besucher das Eskilstuna vom 17. Jahrhundert bis heute näher bringen.

Der nächste Weg sollte möglichst zu den Rademachersmedjorna führen, der Stadt der Schmiede, die Karl X. Gustav als Waffenfabrik errichten ließ. Heute sind diese Gebäude mit den verschiedensten Schmieden eine Mischung zwischen Museumsdorf und aktiven Schmieden, die nach alter Tradition arbeiten.

Ebenfalls der Industrie gewidmet ist das Munktellmuseet in Eskilstuna. Hier kann man, unter anderem, der ersten Traktor Schwedens aus dem Jahre 1913 sehen, einen Lastwagen von 1954 und selbst einen Film über die Geschichte Volvos betrachten. Alle Geräte und Fahrzeuge des Museums sind funktionsfähig, was für ein Museum wohl einzigartig ist.

Vor allem im Sommer, und natürlich zu Mittsommer, sind die Sörmlandsgården, ein Museumsdorf aus dem 19. Jahrhundert, ein Erlebnis, da man hier die Leinverarbeitung, das Schafscheren und vieles mehr aus nächster Nähe betrachten kann, und all dies in einem typischen landwirtschaftlichen Gut des Sörmlands (Södermanland).

Wer sich für schwedische Malerei interessiert, wird vom Kunstmuseum in Eskilstuna nicht enttäuscht, denn außer den regelmäßigen temporären Ausstellungen modernen schwedischer Künstler umfasst die Sammlung repräsentative Gemälde schwedischer Künstler vom 17. Jahrhundert bis heute, wobei der Schwerpunkt des Museum beim 20. Jahrhundert liegt und sich auch auf Design und Kunsthandwerk erstreckt.

Um die Vorgeschichte Eskilstunas zu erleben, muss man sich etwas außerhalb der Stadt bewegen, denn hier findet man nicht weniger als drei Vorburgen, nämlich Ogaklev, Stenby und Uvberget, die alle drei von der Bedeutung des Ortes zeugen und beweisen, dass hier bereits 500 nach Christus eine rege Aktivität zu finden war.

Auch ein Ausflug nach Sundby, das rund zehn Kilometer von Eskilstuna entfernt ist, sollte bei einem Aufenthalt in der Stadt eingeplant werden, denn dort findet man außer dem Mälarschloss Sundbyholm, dessen Parkanlage das ganze Jahr über Besuchern offen steht, auch die sogenannten Sigurdsristningen, die nahezu 1000 Jahre alten Runeninschriften, die die Sage von Sigurd Fafnesbane aus der isländischen Edda erzählen, einer der interessantesten historischen Funde im Södermanland.

Aber auch für Kinder hat Eskilstuna etwas zu bieten, nämlich den Parken Zoo, der eine Mischung aus Tiergarten mit Tieren aus aller Welt und Vergnügungspark für die jüngeren Besucher ist, oder das Abenteuerbad Vattenpalatset, das erste Abenteuerbad, das in Schweden geöffnet wurde.

Da Eskilstuna, prozentual gesehen, die größte Anzahl an finnischstämmigen Bewohnern in ganz Schweden hat, wurde der Ort im Jahr 2010 zu einem finnischen Verwaltungsgebiet erklärt, was bedeutet, dass man hier auch mit Finnisch ganz gut zurecht kommt und wichtige Informationen für die Bevölkerung nicht nur in schwedischer, sondern auch in finnischer Sprache existieren.

Copyright: Herbert Kårlin

2012/10/01

Arboga, die mittelalterliche Stadt des Bieres

Obwohl die Vorburg (Fornborg) Halvardsborg bei Arboga, deren Reste heute noch zu sehen sind, bereits zwischen 400 und 550 nach Christus entstanden ist, weiß man sehr wenig über die Geschichte der Stadt bis zum 13. Jahrhundert, auch wenn es mehrere Hinweise gibt, dass der Ort als solches bereits um das Jahr 900 existierte, zumal man Reste von zwei sehr frühen Kirchen fand und auch die ältesten Teile des Sankt Nicolai Kirche noch bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen.

Der erste schriftlich genannte Bewohner Arbogas ist ein deutschstämmiger Kaufmann mit dem Namen Gelbricht, was bedeutet, dass um diese Zeit bereits Handel in Arboga betrieben wurde, es sich also vermutlich um ein Köping handelt. Da das älteste bekannte Stadtsiegel von 1330 stammt, so war Arboga vermutlich bereits um diese Zeit in gewisser Weise eine Stadt, obwohl die ältesten bekannten Stadtprivilegien erst 1480 ausgestellt wurden.

Die Altstadt in Arboga

Als es dann im Jahre 1435 in Arboga zum ersten Reichstagstreffen in Schweden kam, hatte die Stadt vermutlich ihren Höhepunkt erreicht, was rund hundert Jahres später auch dazu führte, dass auch ein Gewehrfabrik in Arboga errichtet wurde. Mit dem Bau des Hjälmare Kanal Mitte des 17. Jahrhunderts und den Gründungen von Nora und Lindesberg verlor die Stadt dann allerdings mehr und mehr an Bedeutung.

Wer nach Arboga kommt und als erstes die Västerlånggatan entlang geht, die Straße mit den ältesten Gebäuden der Stadt, fühlt sich direkt in das Mittelalter zurückversetzt, auch wenn die auf der engen Straße geparkten Autos einen Teil des Charmes nehmen.

Auf Jädersholm, wo man heute den Herrschaftshof Jädersbruk aus dem Jahre 1883 findet, errichtete Gustav Vasa 1551 eine Waffenfabrik, die sich dann im 17. Jahrhundert in eine allgemeine Schmiede verwandelte, die allerdings nur für den Königshof produzierte. Das heutige Gebäude wird seit einigen Jahren restauriert und beherbergt nun ein Restaurant.

In Arboga findet man heute vier Museen, wobei drei davon vom Heimatverein der Stadt unterhalten werden. Das Arboga Museum zeigt die typische Wohnung eines Großhändlers der Stadt aus dem 17. Jahrhundert und lädt regelmäßig zu temporären Ausstellungen ein, das Gamla Museet ist der Geschichte Arbogas gewidmet, das Brauereimuseum ist Schwedens älteste erhaltene Holzbrauerei, wo man nicht nur alles über die frühe Herbststellung von Bier erfahren kann, sondern auch die Geschichte der Brauerei an Händen von zahlreichen Dokumenten findet. Bier wurde in Arboga bereits im 13. Jahrhundert gebraut, wobei dieses Bier mit seinen 10,2 Prozent noch heute mit zu den alkoholhaltigsten Bieren Schwedens gehört. Das vierte Museum ist schließlich das Robotermuseum, das die Geschichte der schwedischen Roboterentwicklung seit 1940 erzählt, wobei man in diesem Zusammenhang nicht vergessen darf, dass auch die Roboter für die Jas 39 Gripen in Arboga entwickelt wurden.

Unter den Kirchen in Arboga sind die Heliga Trefaldighets Kyrka interessant, die von Franziskanermönchen im Jahre 1256 begonnen wurde und, außer dem Turm, ihr Aussehen bereits im 15. Jahrhundert erhielt. Und die Sankt Nicolai Kirche, deren ältesten Element bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen und einen Altarschrank aus Lübeck besitzt, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts in die Kirche kam.

Arboga war über den Hjälmare Kanal, dessen Vorläufer bereits 1639 gebaut wurde, bis zu den 70er Jahren eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Örebro und Arboga und wird heute vor allem von privaten Booten befahren auf denen man den ältesten Kanal Schwedens erleben kann und am Hjälmardocka, etwa zehn Kilometer von Arboga entfernt, im Besuchszentrum des Kanals die Geschichte des Hjälmare Kanals erfahren kann.

Außer der 540 Meter langen Mauer der ehemaligen Halvardsborg, die am Tjurlångensjö etwas außerhalb von Arboga liegt, findet man bei Lunger auch noch ein Grabfeld aus der Eisenzeit mit 17 historischen Fundstücken, darunter den Kung Sigges Sten, einen Runenstein, der etwa gegen das Jahr 1000 geschlagen wurde.

Dass sich Arboga wegen seiner geografischen Lage zu jeder Art von Ausflügen in die Natur des Västmanlands eignet, versteht sich von selbst, wobei man in der Umgebung Arbogas auch jede Art von sportlicher Aktivität, vor allem zu Wasser und im nahen Naturreservat unternehmen kann.

Ein besonderes Ereignis sind die Medeltidsdagar in Arboga, die im nächsten Jahr am 7. August beginnen, da dann fünf Tage lang das Mittelalter mit Ritterspielen, Gauklern und einem mittelalterlichen Markt in Arboga einzieht, ein Erlebnis, das man bei einem Besuch in Schweden nicht missen sollte.

Copyright: Herbert Kårlin